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DAX +2,39 %: Trendwende oder nur kurze Erholung?

Frank Sohlleder
11. March 2026

Bullen feuern zurück: DAX mit 2,39 % – Strohfeuer oder Schritt zur Normalität?

 

Anhänger der beliebten Strategie „Turnaround Tuesday“ sind am gestrigen Dienstag voll auf ihre Kosten gekommen. Nach einem tiefroten Wochenauftakt drehte der DAX eindrucksvoll ins Plus und verabschiedete sich mit einem ordentlichen Zuwachs von 2,39 Prozent bei 23.968,71 Punkten aus dem Handel. Die Bullen melden sich lautstark zurück und klopfen bereits wieder an die psychologisch wichtige 24.000er-Marke. Doch war das bereits der entscheidende Schritt zurück zur Normalität oder nur ein kurzes Luftholen im Abwärtstrend?

 

Diese Annahme muss sich in den kommenden Handelstagen erst noch beweisen. Viel wird davon abhängen, wie sich die hochexplosive Lage in Nahost weiterentwickelt. Die Nachrichtenlage bleibt kriegerisch, und wie so oft im Nebel des Krieges nehmen es die Konfliktparteien mit der Wahrheit nicht immer genau. Während die USA seit Tagen betonen, der Iran besitze faktisch keine Marine oder Luftwaffe mehr, dringen Berichte über neu verlegte Minen in der Straße von Hormus an die Öffentlichkeit.

 

Ölpreis als Zünglein an der Waage: Inflation oder Entspannung?

 

Diese Unwägbarkeiten treiben den Ölpreis weiter nach oben, was mittelfristig massiven Inflationsdruck erzeugt. Sollten die Marktteilnehmer beginnen, ein Szenario einzupreisen, in dem die Weltwirtschaft durch Konsumdrosselung und Arbeitsplatzverluste die hohen Energiekosten ausgleichen muss, dürfte die Reise gen Süden noch nicht vorbei sein.

 

Gelingt es den USA jedoch, die Straße von Hormus offen zu halten und den Iran dazu zu bewegen, seine Raketenoffensive gegen die ölproduzierenden Golfstaaten einzustellen, könnte sich der Ölpreis durch eine Erhöhung der Fördermenge rasch wieder auf einem akzeptablen Niveau einpendeln. Dies wäre der finale Treibstoff für eine nachhaltige Erholung der Aktienmärkte.

 

Charttechnisches Fazit: Die Panik scheint verdaut

 

Charttechnisch sieht die Lage überraschend konstruktiv aus. Das kurze Abtauchen unter die 23.000 Punkte am Montag könnte bereits der notwendige „Sell-off“ gewesen sein – jene finale Panik, die oft das Ende einer Korrektur markiert. Auch das Angstbarometer VDAX zeigt erste Ermüdungserscheinungen und deutet eine Umkehr an.

 

Zugegeben, es ist noch früh für eine Entwarnung, doch die Börse preist bekanntlich die Zukunft ein. Mit dem Krieg ist ein Faktum geschaffen, das paradoxerweise mittelfristig den Weg für eine stabilere und wirtschaftlich florierende Zukunft im Nahen Osten ebnen könnte. Bleibt der DAX über der 23.500er-Marke, haben die Bullen das Heft des Handelns wieder in der Hand.

 

 

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