Beim Trading geraten Kurslücken (Gaps) oft in den Hintergrund, obwohl sie zentrale Signale im Marktverhalten darstellen. Sie treten in nahezu allen liquiden Märkten auf.
Ihr wertvoller Aspekt liegt darin, dass sie wichtige Hinweise auf Trendwechsel oder Marktineffizienzen liefern. Eine professionelle Gap Trading Strategie nutzt genau diese Besonderheiten. Dadurch nutzen Sie Chancen und kontrollieren Ihr Risikomanagement.
Gaps im Trading entstehen, wenn der Eröffnungskurs deutlich über oder unter dem Schlusskurs der vorherigen Periode liegt. Diese Lücken entstehen an Wochenenden, Feiertagen oder Zeiten, in denen die Börse geschlossen ist.
Mit diesem Artikel über Forex Gap Trading geben wir einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Kurslücken, ihr Auftreten beim Handel mit Aktien, Indizes, Forex oder CFDs, Analysemethoden und die Anwendung in der Praxis.
Kurslücke Bedeutung – Was Kurslücken sind und warum sie entstehen
Kurslücken entstehen, wenn es einen Sprung im Preisniveau gibt. Diese Sprünge oder Lücken tauchen zwischen Schließungszeiten auf oder wenn es Unterbrechungen im laufenden Handelsgeschäft gibt.
Dabei wird zwischen drei Formen der Trading Gaps unterschieden. Einerseits gibt es den Opening Gap, der bei der Wiedereröffnung des Marktes auftritt. Andererseits gibt es den Intraday Gap, der im laufenden Handel durch unerwartete Order-Ungleichgewichte auftritt.
Außerdem können Marktunterbrechungen strukturelle Preisverschiebungen verursachen, die keine sichtbare Lücke im Chart bilden, aber für Gaps im Trading sorgen. Generell zeichnen sich Kurslücken in Phasen geringer Liquidität ab, weil wenige verfügbare Gegenorders den Kurs zum nächsten Preisbereich treiben.
Nach wichtigen Ankündigungen oder bei der Marktöffnung führen starke Orderflüsse ebenfalls zu abrupten Preisbewegungen. Somit werden die Lücken auf einen Schlag sichtbar.
Arten von Kurslücken – Common, Breakaway, Exhaustion und weitere Modelle
Bei der Betrachtung von Kurslücken gibt es einige Unterschiede zu erkennen und zu beachten. Jede Marktsituation kann zu einer anderen Art von Trading Gap führen, die jeweils ihre eigene Stärke und Schwäche hat.
1. Common Gaps
Common Gaps gelten als gewöhnliche Kurslücken. Sie treten häufig in Seitwärtsmärkten auf und sind eher bedeutungslos. Sie schließen sich schnell, da der Kurs oft in die Ausgangszone zurückfällt.
2. Breakaway Gaps
Breakaway Gaps zeichnen sich zu Beginn eines neuen Trends ab und leiten den neuen Kurs ein. Typisch für diese Trading Gaps sind eine starke Volumensteigerung und ein klarer Ausbruch aus dem bis dato gleichmäßigen Entwicklungskurs.
3. Continuation Gaps
Diese Gaps lassen sich innerhalb eines bestehenden Trends ablesen und markieren Dynamik. Sie bilden sich, wenn Marktteilnehmer stark in eine Trendrichtung handeln.
4. Exhaustion Gaps
Ist das Ende eines Trends erreicht, sind Exhaustion Gaps zu erkennen. Sie lassen sich durch starke, aber kurzfristige Bewegung erkennen, die ein letztes Aufbäumen signalisiert. Anschließend fällt der Kurs meist.
6. News Gaps
Gaps, die zweifellos in Verbindung mit Nachrichten, politischen Entwicklungen oder ökonomischen Veränderungen stehen. Dieser Trading Gap kann schnell im Blick behalten werden, wenn News und Wirtschaftsmeldungen aufmerksam verfolgt werden.
Marktliquiditätslücke – Was sie signalisiert und wie man sie liest
Im Gegensatz zu den gängigen Kurslücken entsteht die Marktliquiditätslücke nicht durch Informationsschübe. Vielmehr entwickelt sie sich aus fehlender Liquidität. Es entwickelt sich ein Ungleichgewicht zwischen Kauf- und Verkaufsverhalten.
Bleibt die Gegenseite aus, erfolgt ein Sprung zur nächsten Orderzone. Dies kann passieren, wenn der Markt unruhige Bedingungen verzeichnet oder sehr starke Volatilitätsphasen im Handel auftreten. Für Trader sind Liquiditätslücken wichtig, weil sie zu starkem Slippage, schlechteren Ausführungen und erhöhtem Risiko führen.
Für CFD-Trading ist dies von besonders hoher Bedeutung, da sie mit Hebel gehandelt werden, wodurch sich diese Effekte deutlich verstärken und selbst kleine Gaps zu großen Verlusten oder Margin Calls führen können.
Durch das Springen zwischen den Zonen bleiben Fehlbewertungen nicht aus. Für Anleger ist es wichtig, zu verstehen, dass diese Kurslücken aufgrund niedrigen Handelsvolumens und ungleichmäßiger Verteilung existieren. Unerwartete Preissprünge und Trading Gaps sollten daher immer mit finanziellem Puffer gehandelt werden.
Kurslücken Analyse – Gap Setups erkennen und bewerten
Um eine detaillierte Analyse für die Kurslücke durchzuführen, sollten Sie einige Faktoren berücksichtigen und bestimmte Elemente in den Auswertungsprozess einbinden. Achten Sie auf folgendes:
- Je größer die Kurslücke, umso stärker ist der Impuls für den Markt. Beachten Sie dabei, wie groß die Schwankung ist.
- Bewerten Sie das Volumen: Breakaway und Exhaustion Gaps weisen meist ein ungewöhnlich hohes Volumen auf. Im Gegensatz dazu bleibt das Volumen bei Common Gaps gering.
- Beachten Sie, ob es sich um einen Trend oder ein Momentum handelt. Setzt sich der Trend fort oder schließt sich die Kurslücke in wenigen Tagen?
- Wie wahrscheinlich ist es, dass sich der Gap schließt? Die Einschätzung als Common Gap lässt ein baldiges Schließen der Kurslücke vermuten. Bei der Einstufung als Breakaway Gap bleibt der Trend in der Regel bestehen.
Erst die Kombination dieser Analyseresultate macht es möglich, dass die Gaps-Trading-Strategie auf einem soliden Set-up fußt.
Gap Trading Strategie – Wie man Kurslücken im CFD-Trading handelt
CFD-Trading bietet flexible Chancen. Sowohl Long- als auch Short-Positionen eröffnen Möglichkeiten, um Gap Trading maximal ausschöpfen zu können. Verschiedene Gap Trading Strategien liefern diverse Ansätze:
Gap-Fill Strategie
Sie wird bei Common Gaps oder schwachen News Gaps angewendet. Dabei muss der Gap zuerst identifiziert und durch fallendes Volumen definiert werden. Zeichnet sich eine Schließung der Kurslücke ab, sollten Trader den nächsten Schritt überdenken. Eine Stopp-Marke hinter dem Gap verhindert höheres Risiko.
Breakaway Gap Strategie
Bei dieser Strategie wird auf einen anhaltenden Trend spekuliert. Zeigt eine Kurslücke hohes Volumen mit einer klaren Richtung an, wäre ein optimaler Einstieg gegeben. Der Stop-Loss sollte dabei stets unterhalb der Gap-Zone liegen, um das Risiko bestmöglich zu begrenzen.
News Gap Strategie
Diese Strategie zum Gaps Trading ist nur erfahrenen Händlern empfohlen. Trader reagieren auf wichtige Nachrichten sofort und passen ihre Strategie an. Allerdings müssen in diesem Fall klare Risikoregeln eingehalten werden. Behalten Sie dabei die Slippage im Blick.
Gap-and-Go Strategie
Diese Strategie ist besonders im Day-Trading gefragt. Nach dem Öffnen der Börsen zeigt sich der Gap zum Handelsstart. Diesen Startimpuls nutzen Trader, um auf die schnellen Anstiege oder Kursfälle zu setzen. Oft geschieht das Halten und Traden innerhalb der ersten vier Minuten. Eine fokussierte Stop-Loss-Führung muss unbedingt eingehalten sein.
Egal, für welche Strategie Sie sich am Ende entscheiden: Achten Sie zu jeder Zeit auf die Einhaltung Ihres Risikomanagements. Überprüfen Sie zudem stetig, ob Sie Ihre eigenen Vorgaben anpassen oder im Zweifel verändern müssen.
Risiken beim Gap Trading – Volatilität, Slippage und Liquidität
Risikofaktoren sind ein wesentlicher Teil des Tradings. Auch das Gap Trading muss mit Vorsicht ausgeübt werden. Es ist wichtig, zu wissen, welche Risiken beim Handeln mit Kurslücken auftauchen können. Beachten Sie die folgenden Stolperfallen:
- Volatilität: Veränderungen treten schnell ein und haben unerwartete Bewegungen zur Folge. Stopps sind bei Kurslücken entsprechend zügig erreicht.
- Slippage: Kurslücken führen häufig dazu, dass Orders nicht zum gewünschten Preis ausgeführt werden. Werden dabei Stop-Loss-Marken übersprungen, können Verluste deutlich höher ausfallen als geplant.
- Liquiditätsengpässe: Fehlende Marktteilnehmer bedingen hohe Sprünge in der Kursentwicklung.
- Fehleinschätzungen der Gap-Art: Die fehlerhafte Einordnung kann die Gap Strategie auf falscher Basis aufbauen. Falsche Interpretationen führen somit direkt zu Verlusten und Risiken.
- Überhebelung: Zu große Hebel maximieren den möglichen Gewinn, bringen aber auch ein hohes Risiko für erhebliche Verluste mit sich.
- Spreads: Während offener Gaps weiten Broker häufig die Spreads aus. Dadurch steigen Einstiegskosten und Stop-Loss-Marken können schneller ausgelöst werden.
- False Breakouts: Gaps können kurzfristige Bewegungen ankündigen, die jedoch rasch wieder korrigiert werden. Kehrt der Kurs schneller als erwartet in die ursprüngliche Zone zurück, kann dies zu Verlusten führen.
Beim Trading mit Kurslücken ist Unaufmerksamkeit das höchste Risiko. Überwachen Sie Ihre Positionen konsequent und passen Sie sie rechtzeitig an, um unerwartete Verluste zu vermeiden.
Gap Trading – FAQs
Werden alle Gaps irgendwann geschlossen?
Nein, einige Gaps bleiben beim Trading offen. Common Gaps schließen sich in der Regel relativ schnell. Dagegen bleiben Breakaway und Runaway Gaps auch für längere Zeit offen.
Gibt es Märkte, die besonders für Gap-Trading zu empfehlen sind?
Besonders bei Märkten, die regelmäßige Öffnungs- und Schließungszeiten haben, ist Gap Trading gefragt. Auf dem Forex-Markt sind Kurslücken seltener, aber über das Wochenende und an Feiertagen lassen sich erhebliche Gaps erkennen.
Welche Risiken sind beim Gap Trading zu beachten?
Kurslücken können durch plötzliche Sprünge in negativer Richtung erhebliche Verluste verursachen. Stop-Loss-Marken sollten daher immer regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Regelmäßiges Überwachen und Risikomanagement sind beim Gap Trading unerlässlich.
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