Ob Aktien, Forex, Kryptowährungen oder Anleihen: Marktliquidität gilt als zentrales Konzept im Trading. Es definiert den Grad, in dem Vermögenswerte schnell und unproblematisch veräußert und Transaktionen durchgeführt werden können.
Die globale Liquidität beeinflusst somit das Handeln, aber auch weitere Faktoren spielen eine Rolle. Hierzu gehören unter anderem die Ausführungsgeschwindigkeit, die Stabilität der Märkte und das Trader-Risiko.
In diesem Artikel geben wir Ihnen hilfreiche Informationen zum Verständnis und beantworten die Frage, was ist Liquidität grundlegend. Zudem finden Sie in den folgenden Abschnitten praktische Beispiele, Messfaktoren und erfahren, was die globale Marktliquidität ist.
Was ist Liquidität im Trading? Zentrale Definitionen und Bedeutung
Umgangssprachlich wird die Redewendung „liquide sein“ mit „flüssig sein“ beschrieben. Wer liquide Geldmittel besitzt, kann handeln und kaufen. Fehlen Finanzen, kann keine Liquidität verbucht werden.
Liquidität erklärt, wie leicht und schnell ein Vermögenswert gekauft oder verkauft werden kann. Ausschlaggebend ist, dass dabei keine starken Preisbewegungen entstehen. Ein Markt gilt als liquide, wenn viele Trader aktiv handeln und ein großes Angebot an Kauf- und Verkaufsorders besteht.
Zwei unterschiedliche Bereiche sind zu betrachten, die für Ihre Erkenntnisse Aufschluss geben: Einerseits gibt es die Marktliquidität. Andererseits spielen die Liquidität einzelner Instrumente eine wichtige Rolle. Während der Blick auf den Gesamtmarkt alle Handlungen einschließt, beschränkt sich die Assetliquidität darauf, wie sich ein bestimmtes Produkt handeln lässt.
So lautet die Definition von Liquidität in der Theorie. Je besser diese ist, umso schneller können Ausführungen und Transaktionen zu interessanten Preisen erfolgen. Stockt die lokale oder globale Liquidität, treten Verzögerungen und weniger attraktive Transaktionen auf.
Liquidität im Trading – Einfluss auf Ausführung, Slippage und Kosten
Wie bereits erwähnt, wirkt sich die Liquidität auf die Ausführungsgeschwindigkeit von Trades aus. In Märkten mit hoher Liquidität erfolgt die Ausführung meist sofort. Hier sind genug Handelspartner aktiv. Außerdem verursachen Transaktionen nur geringe Preisbewegungen.
Ist die Liquidität im Trading gering, wird eine Order später und zu einem deutlich schlechteren Kurs ausgeführt. Auf diese Weise entsteht eine Differenz zwischen dem gewünschten und dem tatsächlich erhaltenen Preis, die auch Slippage genannt wird.
Kauft ein Trader ein Asset im Wert von 100 Euro, aber nur ein geringes Verkaufsangebot ist verfügbar, startet der Verkauf erst bei einem leicht abgeänderten und höheren Preis. Daher sollten viele Orders vorhanden sein.
Abseits des Slippages wirken sich auch die Handelskosten stark auf die Gesamtperformance eines Traders aus. Enge Spreads reduzieren die direkten Kosten, während breitere Spreads zu höheren Finanzierungskosten führen.
Zusammengefasst kann festgehalten werden: Liquidität beeinflusst direkt die Handelsbedingungen. In hochliquiden Märkten sind die Spreads enger und die Ausführung zuverlässiger. Dagegen sind das Risiko von Slippage sowie enorme Preissprünge deutlich geringer.
Trader bevorzugen somit zweifelsfrei liquide Märkte, weil Trades günstiger, stabiler und planbarer sind. Niedrige Liquidität hingegen führt zu breiteren Spreads, höheren Kosten und erhöhtem Risiko, da schon kleine Orders große Preisbewegungen auslösen können.
Marktliquidität an der Börse – Wie sie funktioniert, an Beispielen gezeigt
Liquidität am Aktienmarkt wird in erster Linie über das Handelsvolumen gemessen. Je höher das tägliche Volumen, desto liquider die Aktie. Die engen Bid-Ask-Spreads machen deutlich, dass Kauf- und Verkaufspreise nah beieinanderliegen und somit viele aktive Marktteilnehmer zu verzeichnen sind. Auch die Tiefe des Orderbuchs hinsichtlich der Preisniveaus dient als Indikator für hohe oder niedrige Liquidität.
Mit den folgenden Beispielen soll gezeigt werden, wie sich der Markt bei bestimmten Transaktionen verhält. Dadurch kann globale Liquidität besser verstanden und in die eigenen Handlungen überführt werden.
Liquider Markt – Starke Aktien wie die Apple-Aktie (AAPL)
- Die Aktie ist sehr gefragt und verbucht massiv Trades.
- Dadurch zeigen sich enge Spreads, die nur minimale Bewegung zeigen.
- Das starke Interesse lässt eine hohe Ordertiefe in mehreren Preisniveaus zu.
- Die massiven Stückzahlen bringen bei generell hohen Käufen von 1.000 Aktien oder mehr pro Order jedoch keine Bewegung in den Kurs.
Geringe Liquidität am Markt in Deutschland
- Die Transaktionen erzielen nur geringe Umsätze.
- Sie bieten jedoch breite Spreads.
- Es sind kaum Orders im Orderbuch verfügbar.
- Die geringe Nachfrage bewegt den Kurs bei Käufen deutlich.
Es lohnt sich, mit Hilfe von Demokonten zu üben, wie sich die eigenen Transaktionen und die Gestaltung der Orderbücher auswirken. Durch das risikofreie Trading wird die Systematik verständlicher.
Marktliquidität nach Asset-Klasse: Forex, Krypto, Anleihen und Geldmärkte
Marktliquidität besitzt keine Allgemeingültigkeit. Sie unterscheidet sich von Markt zu Markt und setzt eine individuelle Prüfung voraus. Der übersichtliche Blick auf die vier wichtigsten Märkte zeigt, warum ein Check entscheidend sein kann.
Forex
- stärkster liquider Markt weltweit
- umfasst ein tägliches Handelsvolumen über 6 Billionen USD
- Major-Währungspaare wie EUR/USD sind extrem liquide
- Spreads bleiben minimal
Kryptowährungen
- schwanken stark in ihrer Liquidität
- meist ist Liquidität bei Bitcoin und weiteren großen Coins zu erkennen
- unbekannte Kryptowährungen bleiben eher im Hintergrund und verursachen breite Spreads
Anleihenmärkte
- vorrangig die Staatsanleihen großer Länder ermöglichen eine liquide Situation
- Unternehmensanleihen bleiben dagegen oft schwach im Vergleich
Geldmärkte
- stets eine sehr hohe Liquidität zu verzeichnen
- enge Spreads und hohe Stabilität sind ein markantes Merkmal
Die unterschiedlichen Strukturen der Märkte, das Handeln der Teilnehmer und die Tradingzeiten ergeben die Mischung, mit der sich die Marktliquidität auswirkt. Wer nur auf einem Markt handelt, sollte nicht davon ausgehen, dass sich ein anderer Markt gleich verhält.
Liquiditätsrisiko – Was es ist und wie Trader es managen
Die Definition von Liquiditätsrisiko lautet, dass Sie einen Vermögenswert nicht schnell genug oder nicht zum gewünschten Preis handeln können. Das Risiko zeigt sich besonders in Phasen, in denen das Vertrauen der Teilnehmer sinkt und das einst starke Handelsvolumen innerhalb kurzer Zeit zurückgeht.
Dabei werden sowohl das Risiko des Marktes als auch das Risiko des Traders selbst eingeschlossen. Können Sie als Trader den Zahlungen nicht nachkommen oder lassen finanzielle Verpflichtungen ins Leere laufen, ist das Liquiditätsrisiko hoch. Davon sind auch Unternehmen betroffen, die oft größere Positionen halten.
Doch es gibt verschiedene Managementmöglichkeiten, wie Sie Ihr Risiko im Rahmen halten. Nutzen Sie dazu Limit Orders, um einen maximalen Preis im Vorfeld festzulegen. Zudem ist eine ständige Überwachung des Marktes ratsam.
Große Positionen in schwachen Märkten sollten umgangen werden. Es zahlt sich aus, lieber kleine Positionen aus vielfältigen Bereichen zu besetzen. Ziehen Sie Informationsquellen wie Nachrichten oder Branchennews zu Rate, um sich über Marktentwicklungen regelmäßig zu informieren.
Das Liquiditätsrisiko ist einfach erklärt. Die Schutzmaßnahmen in die Tat umzusetzen, kann jedoch viel Zeit verlangen. Wenn Sie diese jedoch bewusst einsetzen, mindern Sie das Liquiditätsrisiko bei Aktien, Forex oder Kryptowährungen.
Marktliquidität messen – Wichtige Tools, Charts und Indikatoren
Die Berechnung der Liquidität setzt einige Faktoren voraus, die inkludiert werden müssen. Die fünf wichtigsten Punkte fassen wir für Sie zusammen und erklären, warum Sie für die Ermittlung unerlässlich sind.
1. Spread-Analyse
Die Faustregel lautet: Je kleiner der Spread, desto höher die Liquidität. Achten Sie auf diese Vorgabe, um Risiken gering zu halten.
2. Orderbuch-Tiefe
Je diverser Ihr Orderbuch, umso besser die Ausgangslage. Das Orderbuch zeigt Volumen auf verschiedenen Preisniveaus.
3. Handelsvolumen
Wenn Sie ein starkes Handelsvolumen und hohe Werte ausmachen können, ist Ihr gewählter Markt sehr aktiv.
4. Volatilitätsindikatoren
Vertrauen Sie auf hohe Volatilität! Ist diese vorhanden, lässt sich sinkende Liquidität frühzeitig erkennen.
5. Market Impact Models
Die Marktmodelle helfen Ihnen beim Einschätzen großer Orders. Dadurch erfahren Sie, wie stark eine Order den Marktpreis beeinflussen kann.
Wenn Sie diese fünf Punkte im Blick behalten und die passenden Tools nutzen, verringern Sie das Risiko im Trading, Dennoch muss auf die eigene Entscheidungskraft vertraut werden, damit Sie zu jeder Zeit hinter Ihren Trades stehen.
FAQ zur Marktliquidität
Warum müssen Trader über die Liquidität informiert sein?
Eine hohe Liquidität ermöglicht schnellere und kostengünstigere Orderausführungen. Fehlt Liquidität, steigen Risiko und Handelskosten deutlich an. Um dieses Risiko zu umgehen, muss eine gute Vorarbeit hinsichtlich der Informationen geleistet sein.
Wie kann schnell erkannt werden, ob ein Markt kaum Liquidität ausweist?
Typische Anzeichen für ausbleibende Liquidität sind breite Spreads oder geringe Orderbuch-Tiefe. Je nach Markt wirken sich auch die Tageszeit oder aktuelle Ereignisse auf die Stärke aus.
Welche Strategie kann das Liquiditätsrisiko verhindern?
Regelmäßiges Informieren, eine vielfältige Orderzusammenstellung und finanzielle Absicherung sind eine gute Grundlage, um das Liquiditätsrisiko einzudämmen. Eine klare Strategie oder eine allgemeingültige Lösung kann dafür jedoch nicht gegeben werden.
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