Wahlnacht in Europa
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Am 04. Dezember finden Wahlen in Europa statt, die die Finanzmärkte bewegen können.

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Wie reagieren die Märkte?

Erfahren Sie mehr über diese entscheidenden Ereignisse und analysieren Sie mit unseren Profis die Märkte.


Verfassungsreferendum in Italien

Verfassungsreferendum in Italien

Italiens Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung rückt näher. Die Umfragewerte deuten mit zwei Punkten Vorsprung auf ein „Nein“ hin.

Neuwahlen in Österreich

Neuwahlen in Österreich

In Österreich muss die Bundespräsidentenwahl wiederholt werden. Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer liefern sich ein Kopf an Kopf Rennen.

 

Live-Berichterstattung mit Profis

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Verfolgen Sie live mit unseren Experten die Ergebnisse der Wahlen am 04. Dezember in Italien und Österreich und verfolgen Sie die Märkte mit uns.

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Sonntag, 04. Dezember,  21:00 Uhr bis Montag, 05. Dezember, 02:00 Uhr

 

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Überblick

Das italienische Referendum

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Zwei historische Abstimmungen haben dieses Jahr bereits für Volatilität an den Märkten gesorgt: die Abstimmung zum EU-Referendum in Großbritannien Ende Juni und die US-Präsidentschaftswahl in diesem Monat. Am 04. Dezember könnte eine weitere Abstimmung für weitere Unruhe sorgen: dieses Mal stammt die „Gefahr“ aus Italien, wobei eine Abstimmung über konstitutionelle Reformen weitreichende Folgen für eine Reihe von Sektoren haben könnte; beispielsweise die Aktienmärkte, Indizes, Währungen und Anleihen.

Bei dem Reformpaket handelt es sich um die umfangreichsten konstitutionellen Reformvorschläge seit dem Ende der Monarchie vor 70 Jahren.  Dabei soll die Anzahl der Senatoren von 315 auf 100 reduziert werden und damit das Gleichgewicht zwischen den beiden Parlamentskammern verändert werden. Der Senat wird geschwächt und die Regierung gestärkt.

Die Befürchtungen der Marktteilnehmer drehen sich weniger um die Inhalte der Reform als darum, dass ein „NEIN“ zu einer vorgezogenen Wahl in Italien führen könnte, da Renzi angab zurücktreten zu wollen, sollte sein Reformvorschlag abgelehnt werden.

Der Premierminister hat nur die linke Partei und einen Teil des Zentrums auf seiner Seite. Die „Fünf Sterne“, angeführt vom Komiker Beppe Grillo, Forza Italia (Berlusconis Partei), die rechte Partei, Lega Nord und Teile der Linken setzen sich dagegen für eine Ablehnung des Reformvorschlags ein.

Momentan würde eine Mehrheit für „NEIN“ stimmen – eine wahre Herausforderung für Italien, die EU und vielleicht auch für die Finanzmärkte.

Die Bundespräsidentenwahlen in Österreich

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Am selben Tag werden die Österreicher ihren nächsten Präsidenten wählen und somit für große Unsicherheit in der Europäischen Union sorgen. Nach der überraschenden Entscheidung Großbritanniens für den Brexit und dem unerwarteten Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl rückt nun Österreich in den Mittelpunkt – wird das Land der diesjährigen Welle des Populismus folgen und den Kandidaten der EU-kritischen Freiheitspartei, Norbert Hofer, wählen?

Das jahrelange Scheitern der traditionellen Parteien, die Erwartungen des Volkes zu erfüllen, hat zu einem großen Teil zur Unterstützung der rechtsextremen Partei geführt.  Ängste in Bezug auf Arbeitslosigkeit und Immigration könnten der FPO an diesem wichtigen Tag den Sieg bescheren.

Ein solches Ergebnis könnte für die Europäische Union sehr gefährlich werden, da bei einem Sieg der FPO, diese die Beziehungen des Landes mit der Kommission in Brüssel neu verhandeln könnte. Dieses würde wiederum für noch mehr Unsicherheit in Bezug auf den Zustand der EU sorgen, was sich negativ auf europäische Werte wie den EuroStoxx 50, den Euro und andere Indizes und Anleihen (DAX 30, AEX, CAC, IBEX, EUBund etc.) auswirken könnte.

Neueste Beiträge

Arrividerci Italien?

30. November 2016, Daniel Schütz

A solis occasu, non ortu, describe diem. Das wussten schon die alten Römer. Vom Untergang der Sonne her, nicht vom Aufgang beschreibe den Tag. Auch wenn manche das Jahr schon fast abgeschlossen haben und dachten, dass für dieses Jahr schon alles gelaufen sei, steht zumindest noch eine Wahlnacht in Europa an, die noch einmal für Volatilität an den Märkten sorgen könnte. Der Hauptimpuls könnte dieses Mal aus Italien kommen, denn dort sind am 4. Dezember die Wähler aufgefordert, über ihre Verfassung abzustimmen. Allein ein „si“ oder „no“ zum Referendum dürfte die Märkte jedoch noch nicht allzu sehr bewegen. Aber Matteo Renzi hat für den Fall des Scheiterns des Referendums sein Amt zur Disposition gestellt. Das wäre ein Déjà-vu, denkt man nur an David Cameron und die Abstimmung um den Brexit. Die Auswirkung auf die italienische Politik wären nicht abzusehen. Einige Befürchtungen gehen davon aus, dass ein „Nein“ zum Referendum das Land in eine Regierungskrise stürzen könnte. Für die Finanzmärkte wären dies keine guten Aussichten. Denn die Anleger suchen Sicherheit und fürchten das Ungewisse. Dass diese Befürchtung nicht ganz unbegründet ist, zeigt eine Pressemitteilung der italienischen Zentralbank vom vergangenen Freitag, die vor turbulenten Zeiten im Falle eines „Neins“ warnt. Italiens wirtschaftliche Verknüpfungen mit dem Rest Europas können nicht vernachlässigt werden. Als viert größte Wirtschaftskraft in der EU könnte die Wahl richtungsweisend für die zukünftige Europapolitik sein.

Was ist von den Märkten zu erwarten?

Sollten sich die Italiener am 4. Dezember für ein „Ja“ zur Reform entscheiden, hätte dies sicher eine gewisse Erleichterung an den Märkten zur Folge. Kurzfristig dürfte dies dazu führen, dass die Börsen positiv darauf reagieren. Aktien könnten steigen, die Risikoaufschläge für Italienische Staatsanleihen könnten fallen. Kommt jedoch das Nein, könnte dies von den Aktienmärkten nicht positiv aufgefasst werden. Der Ruck dürfte mal mehr, mal weniger stark in der ganzen Eurozone zu spüren sein. Die Unsicherheit kehrt zurück. Aber auch hier gilt, alles kann, nichts muss.

Österreich: Die beiden Präsidentschaftskandidaten liefern sich eine hitzige TV-Debatte

29. November 2016, Jerome Revillier

Am Sonntagabend ging es bei der TV-Debatte der beiden Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten von Österreich heiß her. Beide Kandidaten gaben alles und sind nun, nachdem die erste Wahl aufgrund eines formalen Fehlers als ungültig erklärt worden war, am Ende des längsten Wahlkampfes angekommen, den das Land bisher durchlebt hat.

Europa stand im Mittelpunkt der Diskussion, nachdem der Umweltschützer Alexander Van Der Bellen seinem Gegner unterstellte „seit 20 Jahren an dem Austritt aus der Europäischen Union zu arbeiten“ und hinzufügte, dass viele europäische Staatsoberhäupter über die Welle des Rechtsextremismus und des Populismus im Lande besorgt seien; was wiederum auch auf andere Länder überschwappen könne. Norbert Hofer entgegnete dem, dass er sich ausschließlich für „eine positive Entwicklung in Europa“ eingesetzt habe und dass eine Abstimmung über den Verbleib in der Europäischen Union von einer möglichen Mitgliedschaft der Türkei oder von übertriebener und anhaltender Macht-Zentralisierung durch Brüssel vorangetrieben werden könnte.

Die Einwanderungspolitik bildete den eigentlichen Schwerpunkt der Debatte und ist das Thema, auf dem Hofer und die FPÖ ihren Erfolg aufbauen. Hofer ließ hierbei kein gutes Haar an Angela Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik;  auch kritisierte er weiterhin, dass sein Rivale bereit sei für eine Aussöhnung mit Russland.

Van Der Bellen dagegen hält Trump für einen Aufrührer und bekräftigte nochmals seine Sorge um Europa.

Am Ende dieser ungewöhnlich intensiven Diskussion stehen sich nun zwei vollkommen gegensätzliche ideologische Lager gegenüber, die das Land spalten und die Wahl zum Präsidenten erheblich erschweren.

Europa, oder nicht Europa – darüber wird abgestimmt

28. November 2016, Malte Kaub

Der europäische Wahlzyklus wird in wenigen Tagen in Gang gesetzt. Am 4. Dezember finden das Referendum über die Verfassungsreform in Italien und die Präsidentschaftswahl in Österreich statt.
Allgemeine Unzufriedenheit mit dem sozialen und wirtschaftlichen Umfeld hat den Sieg für die populistische und Anti-Establishment-Politik in Großbritannien und in den USA gebracht. Populistische Stimmen nehmen auch in Europa zu und der Markt spiegelt diese erhöhten politischen Risikoprämien im Euro und in Staatsanleihen wider.
Jacques Delors, ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission, sagte einmal: „Das Kino erklärt Amerikanern die Gesellschaft: Es ist wie in einem Western mit guten und schlechten Jungs, in dem die Schwachen keinen Platz haben.“ Die Mehrheit der Wähler in den USA und in Großbritannien waren unzufrieden mit traditionellen Politikern, haben für eine Änderung gestimmt und zeigen kein Interesse an den Schwachen.
Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft im Euroraum, ist besonders schwer betroffen. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 37 % und 33,5 % der Kinder sind armutsgefährdet. Nach einer tiefen Rezession hat die Wirtschaft stagniert; das Bankensystem ist am Ende.
Das Referendum schlägt Maßnahmen zur Reform des Senats vor. Dies würde die regionalen Befugnisse einschränken und die zentralen Organe wie das Unterhaus oder Abgeordnetenhaus massiv stärken.
Unterstützer des Referendums argumentieren, dass es die Regierung stabilisiert, was schon seit jeher ein Problem ist und wackelige Regierungen sich meist nicht lange halten können. Die Gegner der Verfassungsreform argumentieren, dass regional wichtige Kontrollelemente wegfallen würden.
Das Referendum ist nicht nur für Italien wichtig. Eine Niederlage würde noch mehr Druck auf einen schwachen Euro ausüben. Dies könnte sich zum perfekten Sturm verstärken, wenn auch noch die Freiheitspartei in Österreich am 04. Dezember die Präsidentschaftswahl gewinnt.
Im Falle einer Niederlage würde wahrscheinlich PM Renzi zurücktreten. Dies muss nicht unbedingt eine Parlamentswahl auslösen. Er könnte mit anderen Parteien versuchen, eine wackelige Regierung zu bilden. Das große Risiko besteht, dass im Falle einer Niederlage in Italien und Österreich, die populistischen Kräfte auf dem Vormarsch sind und das Europäische Projekt vollkommen in Frage stellen würden.

Der Countdown zum Referendum

25. November 2016, Carlo Alberto De Casa

Mit nur noch etwas mehr als einer Woche bis zum Referendum betreiben die großen Parteien weiterhin einen erbitterten Wahlkampf für ihre jeweiligen Seiten. Die Linksparteien unterstützen, trotz einiger Andersdenkenden (wie z.B. Bersani und D’Alema), die „JA“-Seite. Die Rechtsparteien, die im Großen und Ganzen die „NEIN“-Seite unterstützen, weisen auch einige Mitglieder auf, die sich der „JA“-Seite anschließen (z.B. Confalonieri – einer von Berlusconis engsten Vertrauten – und der Bürgermeister von Verona, Flavio Tosi, der ein Mitglied der Lega Nord ist).

Die Diskussionen haben im Laufe der letzten Tage immer weiter zugenommen und arten teilweise in verbale Gewalt aus. An den Finanzmärkten hat sich der italienische Index in den letzten Handelstagen von 16.000 auf 16.500 Punkte erholt, während die Differenz sich zwischen italienischen und deutschen Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit weiter erhöht und bereits die 185-er Marke überwunden hat.

Vorwahl-Ruhe beim italienischen Referendum

22. November 2016, Carlo Alberto De Casa

Die Diskussionen im Vorfeld der Abstimmung sorgen weiterhin für Aufregung in Italien. Es wird aufgrund einer von der nationalen Aufsichtsbehörden durchgesetzten „Vorwahl-Ruhe“ keine weiteren Umfragen in den zwei Wochen vor dem Referendum am 04. Dezember geben. Laut den letzten Umfragen Mitte November kam „NEIN“ mit relativ großen Abstand zu „JA“ auf zwischen 52 und 55 Prozent, obwohl der Anteil der unentschiedenen Wähler nach wie vor sehr hoch ist – diese Wähler könnten die letzte Hoffnung für ein „JA“ sein.

Aus finanzieller Sicht hat Renzis Entscheidung, bei einem Sieg von „Nein“ zurückzutreten, zu Unsicherheit beim italienischen Index geführt. Gleichzeitig wird die Differenz zwischen italienischen und deutschen Anleihen wieder erheblich größer. Die Herausforderungen durch die Wahl setzen sich fort und die Märkte werden von diesem mit Spannung wachsenden politischen Duell erfasst.

Italienischer BIP – positive Resultate

17. November 2016, Carlo Alberto De Casa

Italien präsentierte am Donnerstagmorgen gute Zahlen. Das BIP stieg im dritten Quartal um 0,3 Prozent und damit stärker als die von den Experten vorausgesagten 0,2 Prozent. Auf Jahresbasis liegt der Zuwachs bei 0,9 Prozent und fällt somit besser aus als die erwarteten 0,8 Prozent Wachstum.

In der Zwischenzeit wählt laut Umfragen zum Verfassungsreferendum die Mehrheit für „NEIN“: in über 20 Umfragen in den letzten 3 Wochen lag „NEIN“ mit zwischen 1,5 bis 10 Prozent vor „JA“. Laut der letzten Umfrage vom 09. November 2016 liegt „NEIN“ bei 52 Prozent, während „JA“ sich mit 48 Prozent leicht erholte.

Der sogenannte „Trump-Effekt“ wurde allerdings bei Umfragen bisher nicht berücksichtigt und es ist nicht klar, ob dieser Effekt überhaupt Auswirkungen haben wird. Umfragen in Italien zeigen, dass die Mehrheit des Volkes den Tycoon nicht unterstützt hätte.

Renzi hat nur noch 3 Wochen, um diese Lücke zu schließen. Es wird sich zeigen, ob gute Wirtschaftszahlen ihm bei dieser schwierigen Aufgabe helfen werden.

Referenten

Malte Kaub

Malte Kaub ist Gründer des Traders‘ Leadership Council in London und Experte im Bereich Devisenhandel. Seit 2004 berät er globale[…]

Malte Kaub ist Gründer des Traders‘ Leadership Council in London und Experte im Bereich Devisenhandel. Seit 2004 berät er globale kapitalmarktorientierte Konzerne sowie Pensionsfonds. Malte nutzt sein Expertenwissen und sein globales Netzwerk um die Lernkurve für Trading-Einsteiger und ambitionierte Trader im Bereich Day- & Swingtrading zu verkürzen. Schwerpunkte seiner Seminare und Webinare reichen von automatisiertem Handeln bis zu Trading Psychologie.

Daniel Schütz

Daniel Schütz (LL.M. / CFTe) ist studierter Jurist mit dem Schwerpunkt Kapitalmarktrecht. Er tradet seit vielen Jahren erfolgreich an den[…]

Daniel Schütz (LL.M. / CFTe) ist studierter Jurist mit dem Schwerpunkt Kapitalmarktrecht. Er tradet seit vielen Jahren erfolgreich an den Devisenmärkten. Mit einer fundierten Ausbildung zum zertifizierten Technischen Analysten (CFTe by IFTA) hat er sich auf die Muster- und Formationsanalyse spezialisiert.

Als Regionalmanager der VTAD e.V. (Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands) in Stuttgart hat er dort ein Aus- und Weiterbildungsprogramm zum Thema »Prinzipien der angewandten Technischen Analyse« (PATA) ins Leben gerufen. Sein pragmatischer und ergebnisorientierter Ansatz wird sowohl von Trading-Einsteigern als auch von Fortgeschrittenen sehr geschätzt. Als Coach und Ausbilder konzipiert er Bildungsangebote für individuelles Personal- und Kleingruppen-Coaching. (www.DanielSchuetz.de)

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