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Tauziehen um den Dollar
Wochenschau

Tauziehen um den Dollar

by Ann-Kathrin Wendt - 06. September 2021

Herzlich Willkommen zum Wochenausblick von ActivTrades. Jeden Montag erhalten Sie hier einen exklusiven Überblick darüber, welche Ereignisse uns diese Woche bevorstehen, und wie dadurch die Entwicklungen an den Märkten positiv oder negativ beeinflusst werden können. Heute schauen wir auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank sowie die Erzeugerpreisdaten für die USA. 

Am Donnerstag steht die Zinsentscheidung der EZB an. Angesichts des jüngsten Inflationsanstiegs werden die Forderungen lauter, dass die Notenbank anfangen müsste in Betracht zu ziehen, restriktiver zu werden und früher als bisher erwartet steigende Zinsen in Erwägung zu ziehen 

Mittlerweile sollte allgemein bekannt sein, dass die EZB Anstiege in der Inflation als temporär betrachtet, und Anfang 2022 bereits wieder mit einem Rückgang des Anstiegs der Teuerungsrate rechnet. Nachdem letzten Dienstag jedoch bekannt geworden war, dass sich die Verbraucherpreise mit einem Anstieg von 3% so stark wie seit 10 Jahren nicht mehr erhöht haben, vermehren sich die Ansichten, dass die Zunahme der Inflation eventuell doch nachhaltiger ist als zunächst erwartet. Wie stark die Daten von Dienstag sich also auf die Politik der EZB und somit auch den Euro auswirken, bleibt abzuwarten. Sollte es Andeutungen auf eine Straffung des Ankaufs von Vermögenswerten geben sollte dies eine steigende Nachfrage nach dem Euro unterstützen. Andererseits würde ein Fortführen einer zurückhaltenden Position wahrscheinlich den Euro belasten. 

Am Freitag dann werden in den USA die Erzeugerpreisdaten für August veröffentlicht. Nachdem die Daten für Juli den größten jährlichen Anstieg seit über einem Jahrzehnt zeigten, da die schnelle wirtschaftliche Erholung zu einem Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage führte, sollten diese Daten weiter Ausschluss darüber geben, wie sich der Inflationsdruck noch entwickelt. 

Obwohl die Fed angedeutet hat, dass sich höhere Preise wahrscheinlich als vorübergehend erweisen werden, vermehren sich die Bedenken, dass der anhaltende Preisdruck die Fed dazu veranlassen könnte, das Tempo der Anleihekäufe schneller als erwartet zurückzuschrauben. 

Im Gegensatz dazu steht der enttäuschenden non-farm Payrolls Report vom Freitag. Der amerikanische Bericht zur Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft wird als der wichtigste und aussagekräftigste Index unter den US-Wirtschaftsindikatoren angesehen. Statt den geschätzten 750.000 neuen Jobs belief sich die Zahl auf lediglich 235.000 neue Jobs, weit weniger als erwartet. Die Lage des Arbeitsmarktes bleibt für die Entscheidungsfindung der Fed von zentraler Bedeutung und eine Voraussetzung dafür, dass die Zentralbank ihre Anleihekäufe zurückfahren könnte. 

Die Zahlen am Freitag könnten daher eine genauere Richtung für den Dollar vorgeben, der in ein Tauziehen zwischen denen geraten ist, die glauben, dass die Fed den Zeitpunkt der Reduzierung von Anleihekäufen vorziehen sollte, und anderen, die beim Stand des Arbeitsmarktes des Landes immer noch Grund zur Besorgnis sehen.  

Eine weiterer starker Anstieg der Zahlen, wie bereits schon im Juli, könnten der US-Notenbank weitere Anreize liefern, ihre Käufe in nicht allzu ferner Zukunft zu reduzieren, und den Dollar somit unterstützen. Auf der anderen Seite würde eine enttäuschende Zahl die Argumente derjenigen stärken, die glauben, dass die wirtschaftliche Erholung noch einiges an Boden wiedergutzumachen hat, bevor die Anreize reduziert werden können; ein Szenario, das wahrscheinlich Verluste für den Greenback verursachen wird. 

Ob die Daten vom kommenden Freitag eine ausreichende Aufforderung für die Fed sein werden, mit den Anleihekäufen endlich restriktiver zu werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch zu vermuten. 

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Vielen Dank für Ihr Interesse und bis zum nächsten Mal!