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Inflation, Leitzinsen & Arbeitsmarkt
Wochenschau

Inflation, Leitzinsen & Arbeitsmarkt

by Ann-Kathrin Wendt - 28. Juni 2021

Herzlich Willkommen zum Wochenausblick von ActivTrades. Jeden Montag erhalten Sie hier einen exklusiven Überblick darüber, welche Ereignisse uns diese Woche bevorstehen, und wie dadurch die Entwicklungen an den Märkten positiv oder negativ beeinflusst werden können. Heute schauen wir auf die Verbraucherpreisindexdaten von Deutschland, das Bruttoinlandsprodukt für Großbritannien, sowie natürlich den mit Spannung erwarteten Non-farm Payrolls Report aus den USA.

Die Woche beginnt mit der Veröffentlichung der Zahlen zum Verbraucherpreisindex in Deutschland.Auch hier erholt sich die Wirtschaft weiterhin, und die Zeichen stehen noch immer auf Aufschwung. Im Juni hatte sich die Stimmung noch einmal merklich verbessert.

Der ifo-Index für das Geschäftsklima, der durch eine monatliche Umfrage unter 9000 Unternehmen zu ihrer Einschätzung der konjunkturellen Lage ermittelt wird, stieg um 2,6 auf 101,8 Punkte, höher als die erwarteten 100,7 Punkte. Dies war der stärkste Anstieg seit 2018.

Auch die Bundesbank teilte jüngst mit, dass sie davon ausgehe, dass Deutschland den durch Covid verlorenen Boden bereits in diesem Sommer wieder gutmachen wird. Zudem wurde am Freitag bekannt, dass die Chancen für das Land gutstehen, bereits Ende Juli die ersten Milliarden aus dem Corona-Aufbauprogramm zu erhalten, ein von den EU-Staaten beschlossenes Maßnahmenpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft. Insgesamt sind für Deutschland Zuschüsse von 25,6 Milliarden Euro vorgesehen.

Gleichzeitig zeichnet sich jedoch zunehmend das Bild einer steigenden Inflation ab. Während im Jahr 2020 der Preisanstieg mit 0.5% so gering ausgefallen war wie zuletzt 2008, und die Verbraucherpreise sogar zeitweise geschrumpft waren, entwickelt sich nun eine starke Tendenz in die entgegengesetzte Richtung.

Im Mai lag die Teuerungsrate bereits bei 2,5% im Vergleich zum Vorjahr. Für diesen Monat wird nun ein Zuwachs von 2,3% prognostiziert, was einen weiteren Anstieg von 0,4% im Vergleich zum Vormonat bedeuten würde.

Wir dürfen also gespannt sein, wie stark die Inflation in Europas größter Volkswirtschaft noch zunimmt. Starke Abweichungen der Prognosen dürften auch die Richtung des Euros beeinflussen. Dieser hatte sich in der letzten Woche weitgehend stabil gegenüber dem US-Dollar gehalten.

Am Mittwoch wird das endgültige Ergebnis des BIPs von Großbritannien für das erste Quartal des Jahres erwartet. Trotz eines erwarteten Rückgangs der Wirtschaftsleistung könnte eine starke Abweichung der Prognose die Argumentation einer der beiden Seiten der laufenden Inflationsdebatte noch einmal mehr untermauern und dementsprechend dem Pfund Auftrieb geben oder nehmen. Dieses hatte in der vergangenen Woche gegenüber dem Euro ziemlich einbüßen müssen, nachdem es beim Treffen der Bank of England am Donnerstag keinerlei Hinweise auf Zinserhöhungen gab.

Die britische Verbraucherpreisinflation erreichte im Mai 2,1 % und wird, so die Bank of England, voraussichtlich weiter über das Ziel hinausschießen und vorübergehend die 3% überschreiten. Die politischen Entscheidungsträger gehen jedoch davon aus, dass die Inflation vorübergehend sein wird. Sie haben daher dagegen gestimmt, den Anstieg durch Zinserhöhungen zu bekämpfen, und halten an ihrem quantitativen Lockerungsprogramm fest.

Andere Experten warnten jedoch davor, dass der Preisdruck sich nicht nur in diesem Jahr, sondern auch im Jahr 2022 weiter beschleunigen könnte, und es noch ein böses Erwachen gäbe, sollte Geld weiter so billig zur Verfügung stehen.

Wir beenden diese Woche am Freitag mit dem monatlichen Non-farm Payrolls Report in den USA. Dieser hatte in den letzten 2 Monaten die Erwartungen enttäuscht. Für diesen Monat wird mit einem Zuwachs von 675.000 Beschäftigten gerechnet. Die Zahlen kommen nach einer turbulenten letzten Woche in den USA.

Das Treffen der US-Notenbank vorletzte Woche hatte darauf hingedeutet, dass die Zinsen bereits 2023 angehoben werden könnten, ein Jahr früher als ursprünglich angekündigt. Schwächer als erwartete Inflationsdaten der letzten Woche sowie mäßigende Worte einiger Notenbankmitglieder, Zinsen nicht nur aus Angst vor einer kommenden Inflation zu schnell anheben zu wollen, milderten die Sorgen über eine kurzfristige Straffung der Geldpolitik jedoch wieder ein wenig.

Die Arbeitsmarktzahlen werden daher mit Spannung erwartet, da sie die neuesten Anhaltspunkte dafür liefern, wie viel Druck auf der Fed lastet, den nächsten Schritt bei der Änderung der Geldpolitik zu machen.

Dies war es mit unseren Neuigkeiten für die anstehende Woche. Besuchen Sie gerne in der Zwischenzeit unsere Webseite activtrades.eu/de für mehr aktuelle Nachrichten und Analysen. Wenn Ihnen dieses Video gefallen hat, hinterlassen Sie gerne ein Like und abonnieren Sie auch unseren ActivTrades YouTube Kanal, wo Sie stets weitere News- und Schulungsvideos zu den Märkten finden.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bis zum nächsten Mal!

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