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Geldpolitik in Japan
Wochenschau

Geldpolitik in Japan

by Ann-Kathrin Wendt - 12. Juli 2021

Herzlich Willkommen zum Wochenausblick von ActivTrades. Jeden Montag erhalten Sie hier einen exklusiven Überblick darüber, welche Ereignisse uns diese Woche bevorstehen, und wie dadurch die Entwicklungen an den Märkten positiv oder negativ beeinflusst werden können. Heute schauen wir auf die Daten zum Verbraucherpreisindex in Großbritannien, geldpolitische Entscheidungen in Japan, und Daten zu Einzelhandelsumsätzen in den USA.

Wir richten unsere Aufmerksamkeit diese Woche zunächst auf Großbritannien. Nächste Woche wird Boris Johnson erwartungsgemäß den Großteil aller Covid-Beschränkungen aufheben und den Fokus von staatlich auferlegten Beschränkungen auf „persönliche Verantwortung“ verlagern. Dieses Experiment wird teils mit Spannung, teils mit Sorge erwartet, dass dies zu erheblichen Ausbrüchen des Virus führen könnte.

Bereits jetzt steigt die Zahl der Neuinfektionen rasant an und nimmt wöchentlich um über 50% zu. Gleichzeitig hatte sich bereits letzte Woche der Trend einer langsamer als erwartet wachsenden Wirtschaft abgezeichnet.  Eine erste Schätzung des BIPs für Mai zeichnete ein Wachstum von nur 0,8% gegenüber dem Vormonat ab – weit weniger als die Zunahme von 2% im April.

Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ging im Mai um 0,1% zurück, während die Industrieproduktion um 0,8% anstieg, beides deutlich weniger als erwartet. Nach Veröffentlichung dieser schwachen Daten fiel das GBP/USD Währungspaar letzte Woche um 0,1%.

Am Mittwoch nun erwarten uns die Daten zum Verbraucherpreisindex für den Juni, die weitere Aufschlüsse zur Wirtschaftssituation in England geben werden. Es wird mit einem Preisanstieg von 2,2% gerechnet, was zum zweiten Mal in Folge über dem offiziellen Ziel von 2 Prozent liegen würde. Sollten diese Daten ebenfalls niedriger ausfallen als erwartet, könnte dies zu weiteren Verlusten für den Pfund führen.

Am Freitag dann richten wir unseren Blick auf Japan, dessen Austragung der Olympischen Spiele in 2 Wochen mit Sorge entgegengesehen wird.

Japan hat aufgrund steigender Corona-Fälle nun den Notstand für Tokio ausgerufen und kürzlich verkündet, dass die kommenden Olympischen Spiele weitgehend ohne Zuschauer stattfinden werden. Die Entscheidung kam nicht unerwartet, da die Neuinfektionen seit fast einem Monat steigen und am Mittwoch ihren höchsten Stand seit Mitte Mai erreicht haben. Der Impffortschritt geht nur schleichend voran, nicht mal ein Viertel der Bevölkerung hat bis jetzt eine Impfung erhalten.

Wenn die Japanische Zentralbank am Freitag also über die Richtung des geldpolitischen Kurses entscheidet, rechnen Experten nicht mit einer Abweichung von ihrer ultralockeren Geldpolitik. Im Gegenteil – am Sonntag wurde bekannt, dass Japan bereit sei, weiter Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Sollte die Bank of Japan also am Freitag nicht überraschen und sich mit Aussagen zur Straffung der Geldpolitik weiter zurückhalten, könnte sich dies weiter negativ auf den Yen auswirken. Dieser ist seit Anfang des Jahres gegenüber dem US-Dollar stark gefallen.

Wenden wir uns schließlich noch den USA zu. Die Wirtschaft dort boomt und erholt sich rasant von den Covid-Auswirkungen, das Bruttoinlandsprodukt war im 1. Quartal um über 6% gestiegen.

Auch die US-Notenbank hat dies nun anerkannt; basierend auf den Protokollen der letzten Zentralbanksitzung ist eine wachsende Zahl von politischen Entscheidungsträgern der Meinung, dass die Ankäufe von Vermögenswerten früher als erwartet reduziert werden müssen, um ein Überhitzen der Wirtschaft zu verhindern.

Doch läuft die wirtschaftliche Erholung wirklich so glatt ab wie erwartet? Die wöchentlichen US-Arbeitslosendaten zeigen ein nicht ganz so eindeutiges Ergebnis. Die Zahl der Amerikaner, die neue Arbeitslosengeldanträge stellten, stieg letzte Woche unerwartet an.

Man blickt also mit Spannung auf den Freitag, wenn ein starker Indikator für den Status Quo der Wirtschaft veröffentlicht wird – die Einzelhandelsumsätze. Diese waren im letzten Monat mit 1,3% unerwartet stark gesunken. Für diesen Monat wird mit einem Rückgang von nur 0,4% gerechnet; es wird sich also zeigen, ob die Daten erneut schlechter ausfallen, als erwartet, oder diesmal positiv überraschen können und somit nicht nur dem US-Dollar weiter Auftrieb geben, sondern auch ein wichtiges Argument zur Notwendigkeit der Straffung der Geldpolitik liefern.

Dies war es mit unseren Neuigkeiten für die anstehende Woche. Besuchen Sie gerne in der Zwischenzeit unsere Webseite activtrades.eu/de für mehr aktuelle Nachrichten und Analysen. Wenn Ihnen dieses Video gefallen hat, hinterlassen Sie gerne ein Like und abonnieren Sie auch unseren ActivTrades YouTube Kanal, wo Sie stets weitere News- und Schulungsvideos zu den Märkten finden.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bis zum nächsten Mal!

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