Täglicher Marktkommentar

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Datum Beginn:

Date: 28/02/17 08:00:00   Type: Newsfeed

Trump-Rede im Fokus

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Zum Wochenauftakt bestimmt die Politik in den USA den Takt an den Devisenmärkten. Zu den Highlights zählte in dieser Woche die Rede von US-Präsident Donald Trump vor dem US-Kongress am Dienstagabend. Doch Trump wäre nicht Trump, würde er es dabei belassen. So gab er bereits am Montag einen Teil seiner Pläne bei einem Treffen mit Gouverneuren im Weißen Haus bekannt.

Investoren hatten im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Rede auf Details über die „phänomenalen Steuerpläne“ gehofft, doch Trump sagte, dass erst nach einem Vorschlag über die Gesundheitsreform Obamacare die Pläne für seine Steuerreform veröffentlicht werden. Stattdessen will er heute seinen Fokus vor dem US-Kongress auf die geplanten Infrastruktur- und Sicherheitsausgaben lenken. Trump erklärte, dass er das Verteidigungsbudget seines Landes um 54 Milliarden US-Dollar anheben will. Darüber hinaus soll viel Geld in die marode Infrastruktur fließen.

Die Investoren reagierten zunächst enttäuscht auf die Vorabinformation, denn sie hatten auf neue Details zu der geplanten Steuerreform gehofft, doch zum Ende des Tages erholte sich der US-Dollar dann auf breiter Front. So ging es für den EUR/USD wieder zurück über die Marke von 1,06, während die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen um 5 Basispunkte nach Norden kletterte und die US-Börsen neue Rekordhochs markierten. Der US-Dollar setzte damit seinen Kampf der letzten Tage um eine klare Richtung fort.

Gemischte US-Wirtschaftsdaten konnten den US-Dollar nicht stützen. Per Berichtsmonat Januar stieg der Auftragseingang der langlebigen Wirtschaftsgüter, doch der Zuwachs war hauptsächlich auf die Transportaufträge beschränkt. Hingegen sind die schwebenden Hausverkäufe als Reaktion auf die höheren Hypothekenzinsen eingebrochen, während sich die Lage der Industrie im US-Bundesstaat Dallas deutlich verbessert hat.

Gleichzeitig hat sich der Fed-Chef von Dallas, Robert Kaplan, für eine baldige Leitzinserhöhung ausgesprochen. Die Zinsen können sogar mehrmals in diesem Jahr angehoben werden, meinte er. Mit solch einer eindeutigen und konsistenten Message von der Fed, sollte sich der US-Dollar bald stabilisieren können.

Heute stehen in den USA die Revisionen zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal, die Handelsbilanz, der Chicago Einkaufsmanagerindex sowie das vom Conference Board erhobene Verbrauchervertrauen auf dem Terminplan. Wir erwarten einen positiven Datenmix, welcher den Glaube der US-Notenbank in die heimische Wirtschaft stärken sollte.

Der Kurs des Euro ist am Montag im US-Handel wieder unter die Marke von 1,06 US-Dollar gerutscht, was vermuten lässt, dass dem Währungspaar weitere Kursverluste drohen.

Malte Kaub

Die hier formulierten Gedanken und Meinungen sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die Ansicht von ActivTrades Plc wider.Dieser Kommentar dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Anlageberatung verstanden werden. Jegliche Prognosen über künftige Marktentwicklungen sind indikativer Natur. Die Entscheidung, vorgestellte Techniken, Ideen und Vorschläge umzusetzen, liegt im alleinigen Ermessen des Lesers.