Verschnaufpause im DAX: Nur ein kurzes Luftholen oder echte Wende?
Nach dem brutalen Ausverkauf zu Wochenbeginn konnte der DAX am gestrigen Mittwoch endlich die Reißleine ziehen. Mit einem kräftigen Plus von 1,74 Prozent rettete sich der Leitindex zurück über die 24.000er-Marke und verabschiedete sich bei 24.205 Punkten aus dem Handel. Für die Marktteilnehmer war dies ein erster Moment zum Durchatmen, auch wenn die massiven Verluste von Montag und Dienstag damit nur teilweise eingedämmt werden konnten.
Die Welt befindet sich durch den Krieg im Iran weiterhin in einer schwierigen Findungsphase. Anleger versuchen verzweifelt abzuschätzen, wie weit die Eskalationsspirale noch gedreht wird. Die US-Regierung gibt sich unterdessen gewohnt kämpferisch und betont, dass der Iran bereits militärisch geschwächt sei. Hoffnung keimte auf, als Washington ankündigte, Tankern in der Straße von Hormus Geleitschutz zu gewähren. In Kombination mit Donald Trumps Versprechen, für „die niedrigsten Ölpreise der Geschichte“ zu sorgen, sorgte dies für die nötige Entspannung, um die Käufer zurück an den Markt zu locken.
Zahlen-Check: Adidas, Conti und Bayer enttäuschen auf ganzer Linie
Während die Geopolitik für Rückenwind sorgte, kam von der fundamentalen Seite eher Gegenwind. Die gestern präsentierten Geschäftszahlen der DAX-Riesen waren alles andere als ein Grund zum Feiern:
Adidas: Der Sportartikelgigant enttäuschte beim Margenausblick für 2026 massiv. Die Quittung folgte prompt mit einem Kurssturz von zeitweise über 5 Prozent.
Bayer: Ein erneuter Milliardenverlust und ein vorsichtiger Ausblick drückten die Stimmung der Investoren spürbar.
Continental: Auch hier blieben Umsatz und Rendite hinter den Erwartungen zurück, was die Aktie zeitweise ins Minus drückte.
Arbeitsmarkt und EZB: Die nächsten Impulse stehen bereit
Am heutigen Donnerstag richtet sich der Fokus nun wieder auf die USA. Um 14:30 Uhr MEZ werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. In der aktuellen Marktlage wird jedes Datenfragment zur US-Konjunktur auf die Goldwaage gelegt. Zudem könnten Interviews von EZB-Mitgliedern am Rande des Ministertreffens für Bewegung sorgen, da die Währungshüter nun Farbe bekennen müssen, wie sie auf die inflationsgetriebene Ölpreis-Rallye reagieren wollen.
Charttechnisches Fazit: Vorsicht bleibt das oberste Gebot
Charttechnisch ist die gestrige Erholung zwar erfreulich, aber noch längst kein Grund zur Entwarnung. Wir sprechen hier von einer klassischen Gegenbewegung in einem sehr fragilen Umfeld. Solange der DAX nicht nachhaltig über die Zone von 24.500 Punkten ausbricht, bleibt die Gefahr weiterer Rücksetzer – befeuert durch neue Schlagzeilen aus Nahost – allgegenwärtig. Die Bären lauern noch immer im Gebüsch.
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