Date: 27. Juni 2017

Der US-Dollar hat am Devisenmarkt auch nach den kräftigen Kursverlusten von Januar bis Juli des laufenden Jahres einen schweren Stand. Gegen den Euro kann er sich aber nach einem schwachen Wochenauftakt von seinem Mehr-Tages-Tief erholen, gegen den japanischen Yen klettert er sogar auf ein neues Monatshoch.

 

Schuld an dem anfänglichen Schwächeanfall waren zunächst überraschend schwache amerikanische Konjunkturdaten. Die Bestellungen langlebiger Wirtschaftsgüter sind im Mai kräftiger zurückgegangen als erwartet. Im Monatsvergleich verringerten sie sich um 1,1 Prozent. Besonders kräftig sank der Ordereingang im Transportsektor, wo sich das Minus auf 3,4 Prozent belief. Zudem sind die Bestellungen für Investitionsgüter ohne Flugzeuge, die als wichtiger Messwert für die zukünftigen Unternehmensausgaben gelten, um 0,2 Prozent gefallen. Darüber hinaus präsentierte sich das regionale Konjunkturklima in der amerikanischen Industrie laut Umfragen der Chicago und Dallas Fed enttäuschend.

 

Daraufhin hat der US-Dollar seine Talfahrt gestoppt und zum Ende der US-Sitzung wieder deutlich Boden gutgemacht. Das dürfte vor allem daran liegen, dass sich die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen am Dienstagabend äußern wird. Marktteilnehmer erwarten die Rede mit Spannung und erhoffen sich falkenhafte Signale zur künftigen Zinspolitik der Fed. Vor allem mutige Investoren nutzten die Gelegenheit als Einstieg.

 

Charttechnisch hat sich die Lage insgesamt im US-Dollar-Index verbessert. Als erste Anlaufmarke auf der Oberseite eignet sich die Kombination aus einer mittelfristigen Abwärtstrendlinie (akt. 97,92) und dem 23,6% Fibonacci-Retracement des gesamten Abwärtsimpulses seit Jahresanfang (98,08). Wird diese Hürde genommen, kann der Index noch weiter bis auf 98,20 klettern. Dort liegt ein starker Widerstand, da dort die 55-Tage-Line verläuft. Bei einem Bruch des besagten Bereichs dürfte sich die Erholungsbewegung Richtung horizontaler Widerstandszone bei 99,14 bis 99,43 fortsetzen.

 

Ein Unterschreiten der horizontalen Unterstützungszone im Bereich von 96,92 bis 96,78 würde hingegen den Startschuss darstellen, der den Index rasch in Richtung des Jahrestiefs bei 96,32 schicken dürfte. Ein Fall unter diese Marke würde einen Test des Novembertiefs 2016 bei 95,89 wahrscheinlich machen.

 

Malte Kaub