Date: 24. Januar 2018

Investoren kaufen oder verkaufen den US-Dollar in der Regel gemäß ihres Ausblicks für die US-Wirtschaft. Es liegt daher nahe, dass der ungebrochene Optimismus zum Jahresauftakt bei Anleihen auch den US-Dollar beflügeln sollte. Das ist aber nicht der Fall.

 

Lange Zeit herrschte zwischen beiden Assets eine positive Korrelation. Diese Korrelation wurde jedoch mittlerweile aufgebrochen. Seit Oktober befindet sich der US-Dollar im freien Fall und Durchbrach sogar eine markante Aufwärtstrendlinie.

 

Zwar verlangsamte sich der Abwärtsimpuls zum Wochenauftakt, nachdem die Bullen sich von den Tiefs um 90,28 auf 90,97 erholen konnten, woraufhin ein bullischer Hammer entstand. In der Regel gilt diese Candlestickformation als klassisches Umkehrsignal, aber schon heute befindet sich der Greenback wieder im Rückwärtsgang und testet die Mehr-Jahres-Tiefs in der Kursregion um 90,00.

 

Gelingt den Bullen eine Stabilisierung in diesem Bereich, ist mit einer tiefgreifenderen Erholung zu rechnen. Unterschreitet der US-Dollar-Index dagegen die jüngsten Tiefs, kann dies die Fortsetzung des Abwärtstrends bedeuten.

Aus fundamentaler Sicht gilt zudem die Steuerreform als Belastungsfaktor. Nachhaltige Impulse für die amerikanische Wirtschaft dürfte sie nicht liefern. Sie wird höchstens die Staatsverschuldung nach oben schrauben. Insofern wäre ein steilerer Zinserhöhungspfad der Fed nicht förderlich für die US-Landeswährung und somit könnte sich eine tiefgreifendere Erholung erst sehr viel später einstellen als erwartet.

 

Malte Kaub