Date: 11. Dezember 2017

 

Der Boom am Arbeitsmarkt in den USA hat sich auch im November fortgesetzt. Insgesamt schaffte die US-Wirtschaft 228.000 neue Stellen. Jobs wurden vor allem in den Bereichen Unternehmensdienstleistungen, Produktion und Gesundheitswesen geschaffen. Das Stellenwachstum von 228.000 entspricht zudem der zweihöchsten Wachstumsrate in diesem Jahr nach den revidierten 244.000 im Oktober.

 

Im Vergleich zum Vorjahr liegt das durchschnittliche Beschäftigungswachstum nun bei 174.000 (die letzten 11 Monate). Im Jahr 2016 lag der Wert bei 187.000. Insgesamt lässt sich also sagen, dass der Arbeitsmarkt da weitergemacht hat, wo er 2016 aufgehört hat – er läuft auf Hochtouren. Das rechtfertig zudem die Erwartung der Marktteilnehmer an drei Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank Fed im kommenden Jahr.

 

Über das schwache Lohnwachstum dürfte die Federal Reserve dennoch nicht erfreut sein. So stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne im Monatsvergleich nur um 0,2 Prozent. Die Jahresrate liegt damit bei 2,5 Prozent. Überraschenderweise wurde der Oktoberwert nach unten gesetzt. Und so hat sich das schleppende Lohnwachstum auch in diesem Jahr fortgesetzt.

 

Nichtsdestotrotz liegt das Wachstum der durchschnittlichen Stundenlöhne über der Inflationsrate. Denn die inflationsbereinigten Löhne sind in den USA gestiegen und so konsumieren die Leute auch mehr und unterstützen damit das Wachstum.

 

Die Federal Reserve wird das Inflationsmysterium wahrscheinlich ausblenden und sich weiter auf eine graduelle Straffung der Geldpolitik konzentrieren. In der kommenden Woche gilt eine Zinserhöhung als ausgemachte Sache. Weitere Zinserhöhungen dürften auf dem Fuß folgen. Den Fed-Funds-Futures zufolge rechnen Investoren mit zwei weiteren Zinsschritten in der ersten Jahreshälfte 2018 und einem weiteren in der zweiten Jahreshälfte.

 

Malte Kaub