Date: 04. September 2018

In der Türkei brodelt es – vor allem nach den jüngsten Inflationszahlen. So sind die Verbraucherpreise in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 18 Prozent in die Höhe geschossen, teilte die Statistikbehörde am Montag in Ankara mit. Das entspricht dem höchsten Stand seit September 2003.

Als Auslöser für den rasanten Anstieg der Teuerungsrate gilt nicht zuletzt der Wertverfall der türkischen Lira, welche in den zurückliegenden Monaten zum Euro und US-Dollar deutlich unter die Räder gekommen ist.

In die gleiche Kerbe schlagen die Erzeugerpreise, also die Preise, die von Unternehmen an den Endverbraucher weitergegeben werden und als Vorlaufindikator für die Verbraucherpreise gelten. Auf Erzeugerebene stieg die Inflation im Vergleich zum Vormonat um 6,6 Prozent, während der Jahreswert von 25 Prozent auf 32,1 Prozent kletterte.

Auf absehbarer Zeit ist keine Stabilisierung an der Inflationsfront erkennbar. Schließlich steht die türkische Lira nach wie vor unter Beschuss. Neben dem Wechselkurs dürften vor allem die Nahrungsmittelpreise für steigenden Inflationsdruck sorgen.

Hoffnungsschimmer

Nach der Veröffentlichung der Inflationszahlen versprach die türkische Zentralbank den geldpolitischen Kurs zu korrigieren. „Die jüngsten Entwicklungen bei den Inflationsaussichten deuten auf erhebliche Risiken für die Preisstabilität hin. Die Zentralbank wird die notwendigen Maßnahmen zur Unterstützung der Preisstabilität ergreifen.“

Ob die Aktion der türkischen Zentralbank auch so mit dem türkischen Machthaber Erdogan abgesprochen war, darf bezweifelt werden. Der Präsident gilt als Verfechter von höheren Leitzinsen, was gegen die allgemeine Wirtschaftslehre spricht.

Ohne drastische Zinserhöhungen wird die Türkei die Inflation aber kaum in den Griff bekommen.

Malte Kaub

 

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