Date: 19. Dezember 2017

 

Mit Lichtgeschwindigkeit hat der deutsche Leitindex gestern gleich mehrere wichtige Widerstände aus dem Markt genommen. Grund dafür ist die wiederaufflammende Hoffnung auf eine rasche Umsetzung der US-Steuerreform.

 

Laut den Vorschlägen sieht die größte Steuervergünstigung seit fast drei Jahrzehnten eine Senkung der Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent vor. Dadurch können Unternehmen mehr Arbeitsplätze schaffen und zugleich mehr investieren. Mehr Jobs bedeuten auch, dass die Löhne endlich dynamischer steigen und die Menschen mehr konsumieren. Münden sollen diese Effekte in einer deutlichen Belebung der Wirtschaft. All diese Gründe treiben die Aktienmärkte fast im Tagestakt auf neue Allzeithochs.

 

Ein Großteil der Steuervergünstigung dürfte aber bereits in den Markt eingepreist sein. Insofern dürften die Gewinne nach der offiziellen Einführung der Steuerreform nur noch begrenzt ausfallen.

 

Einen Stimmungsumschwung an den globalen Aktienmärkten sehen wir bis Ende des Jahres nicht mehr; dafür gibt es auch keinen Grund. Gewinnmitnahmen könnten zwar einen kleinen Pullback herbeiführen, der Dip dürfte aber nur von kurzer Dauer sein und gekauft werden. Insgesamt könnte sich also die Rallye bis ins neue Jahr fortsetzen oder zumindest so lange, bis die Berichtssaison für das vierte Quartal beginnt.

 

Der Dax ist derweil mit einer riesigen Aufwärtsgap (13.103 bis 13.206) in die neue Handelswoche gestartet. Diese könnte gefüllt werden – entweder in dieser Woche, in der nächsten Woche oder erst in den nächsten Monaten. Wer weiß das schon. Schließlich werden nicht alle Gaps geschlossen. Negativ zu interpretieren wäre ein Schlusskurs unterhalb der Marke von 13.105 Punkten. Zwischenstopps auf der Unterseite liegen bei 13.240 und 13.220. Der nächste nennenswerte Chartwiderstand befindet sich bei 13.350 Punkten. Ein Sprung darüber würde neues Aufwärtspotenzial zu 13.445 und 13.530 Punkten freisetzen.

 

Malte Kaub