Date: 29. Juni 2017

Die Ölpreise haben am Mittwoch die fünfte Kurserholung in Folge gezeigt. Vor allem der schwache US-Dollar stützt derzeit die Ölpreise. Zuletzt hatten enttäuschende US-Konjunkturdaten sowie weniger optimistische Äußerungen von Vertretern der amerikanischen Notenbank den Greenback unter Druck gebracht. Generell bleibt aber die Sorge vor einem Überangebot an Öl das bestimmende Thema am Ölmarkt.

 

Das US-Energieministerium teilte gestern mit, dass die Ölreserven in der vergangenen Woche um 0,1 Millionen Barrel auf 509,2 Millionen Barrel gestiegen sind. Zudem verringerte sich die Förderleistung um 100.000 Barrel auf 9,25 Millionen Barrel pro Tag. Die Bestände von Benzin sanken um 0,9 Millionen Barrel, bei Beständen der Destillate war ein Rückgang um 0,2 Millionen Barrel zu verzeichnen. Die Zahlen bestätigen Spekulationen, wonach die US-Produktion langsam abflachen soll. Insgesamt sind die offiziellen Lagerzahlen bullisch ausgefallen.

 

Dennoch sei darauf hingewiesen, dass die Ölpreise seit einem Jahr in einer breiten Seitwärtsrange gefangen sind. Spekulanten zweifeln nach wie vor daran, dass das Opec-Abkommen zur Begrenzung der Fördermengen ausreichen wird, die Preise für Rohöl dauerhaft zu stützen. Weitere Förderzuwächse seitens der Vereinigen Staaten durch die Schieferölproduktion könnten der Opec und ihren Verbündeten einen Strich durch die Rechnung machen.

 

Zudem haben die spekulativen Finanzanleger ihre Short-Positionen auf US-Rohöl in der vergangenen Woche kräftig ausgeweitet, wie die CFTC in der vergangenen Woche mitteilte. Dies kann jedoch auch das Abwärtspotenzial begrenzen und so mehren sich ebenfalls die Anzeichen für eine erfolgreiche Bodenbildung und den baldigen Start einer signifikanten Erholung.

 

Die jetzt laufende Korrektur sollte trotz der hohen Abwärtsdynamik in den vergangenen Wochen eine mittelfristige Stabilisierungschance zwischen 42 bis 45,50 Dollar besitzen. Rückenwind liefert dabei die positive Divergenz im RSI. Bevor aber eine bullisch technische Haltung eingenommen werden kann, sollte das WTI den zuletzt nach unten verlassenen Aufwärtstrend seit Februar 2016 (akt. bei 46,10 Dollar) zurückerobert haben.

 

Malte Kaub