Date: 15. September 2017

Die Kauflaune am Rohölmarkt ist ungebremst. So stieg die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) erstmals wieder seit Anfang August über die psychologisch wichtige Marke von 50,00 Dollar je Fass.

 

Gründe, warum die Ölpreise plötzlich steigen, gibt es eine ganze Reihe. So erhöhte die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognose für die Ölnachfrage in diesem und im nächsten Jahr. Sie rechnet nun mit einem Wachstum von 1,6 Millionen Barrel für 2017 und 1,4 Millionen Barrel im kommenden Jahr. Grund sei vor allem eine stärkere Nachfrage in den USA und in Europa, hieß es.

 

Zudem machen Produktionsausfälle der Angebotsseite zu schaffen. Vor allem die Ausfälle in Libyen ist die Verknappung des Angebots zuzuschreiben. Im August ist das globale Angebot gegenüber dem Vormonat um 720.000 Barrel gesunken.

 

Über kurz oder lang sind aber vor allem die Fracking-Firmen in den USA entscheidend für die weitere Preisentwicklung. Denn bereits ab einem Ölpreis von 50 Dollar können einige wieder profitable fördern, was gleichzeitig die US-Förderquoten in die Höhe treiben dürfte.

 

Charttechnisch ist die Welt für das amerikanische Leichtöl in Ordnung, auch wenn sich der gestrige Preisanstieg als nicht nachhaltig erwies. Zwar wurde der mittelfristige Abwärtstrend von den Hochs im Februar übersprungen. Von den Hochpunkten ging es aber auch wieder um gut 1 Dollar zurück, so dass ein potenzieller Shooting Star auf den täglichen Charts zurückbleibt, was auf eine kurzfristige Konsolidierungsphase hinweisen dürfte.

 

Malte Kaub