Date: 28. August 2017

Der US-Dollar ging am Freitag in Reaktion auf die mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen in die Knie, der Euro sprang um mehr als einen Cent auf 1,1941 und markierte damit den höchsten Stand seit 20 Monaten.

 

Yellen äußerte sich in einem vorbereiteten Redetext auf dem Notenbankgipfel in Jackson Hole nicht zur Geldpolitik. Sie sprach weitgehend über finanzielle Regulierungen und über die letzte Finanzkrise. Sie betonte die starke Präsenz von Algorithmen auf den Märkten und dass das Finanzsystem viel sicherer sei als vorher. Mit ihrem Verzicht auf Äußerungen über die aktuelle Zinspolitik der Fed sorgte Yellen für eine herbe Enttäuschung – und schickte den Greenback in die Tiefe.

 

Später äußerte sich dann der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Er sagte, dass die globale Erholung an Schwung gewinnt. Jedoch warnte er auch davor, dass sich der zyklische Aufschwung  ohne ein stärkeres Potenzialwachstum nach unten wenden könnte. Außerdem äußerte er sich zugleich besorgt über die zunehmenden protektionistischen Tendenzen.

 

Yellen und Draghi haben entgegen den Erwartungen nur leeres Stroh gedroschen, also haben die Märkte genau das getan, was sie  eigentlich tun wollten: sie kauften den Euro.

 

Nun stehen die Chancen nicht schlecht, das der Eurokurs in der kommenden Woche erstmals seit Anfang Januar 2015 die psychologisch wichtige Marke von 1,20 wieder testet.

 

Malte Kaub