Date: 07. September 2017

Im Vergleich zum Greenback ist der kanadische Dollar seit gestern Nachmittag nicht mehr zu stoppen. Ursache dafür ist die kanadische Notenbank. Sie hatte am Mittwoch erneut die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Das war bereits der zweite Streich der BoC binnen acht Wochen.

 

Die Bank begründete den Zinsschritt folgendermaßen: Die jüngsten Wirtschaftsdaten seien sehr viel stärker als erwartet ausgefallen und damit stützen sie die Auffassung der Bank, dass das Wachstum in Kanada immer breiter und selbsttragender wird.

 

Ein weiterer Grund für die überraschende Anhebung der kanadischen Notenbank ist möglicherweise, um einer Überhitzung am Immobilienmarkt vorzubeugen. Zuletzt hatten sich aber die Preise in den Ballungszentren bereits abgekühlt. Sollte sich die Preiskorrektur nun fortsetzen, droht ein ähnliches Szenario wie vor zehn Jahren in den USA.

 

Darüber hinaus werden in Kanada häufig variable Darlehen vergeben, so dass Häuslebauer nun deutlich mehr für ihre fremdfinanzierte Wohnimmobilie auf den Tisch legen müssen. Entsprechend steigt das Ausfallrisiko solcher Baufinanzierungen.

 

Wie dem auch sei: das Währungspaar reagierte auf die geldpolitische Entscheidung mit starken Verlusten. In der Spitze verlor es knapp 300 Pips. Zuletzt pendelte es um 1,2200. Das entspricht dem tiefsten Stand seit Juni 2015.

 

Von charttechnischer Seite ist keine Entspannung in Sicht. Marktteilnehmer werden die überraschende Zinserhöhung in den nächsten Tagen bewerten, so dass das Paar unter Druck bleiben dürfte. Erst eine zügige Erholung zurück über das heutige Sitzungshoch bei 1,2415 würde das kurzfristige Chartbild aufhellen.

 

Malte Kaub