Date: 25. August 2017

Da keine marktbewegenden Daten auf der Agenda standen, war es ein ruhiger Börsentag. In engen Handelsspannen um die Vortagesschlusskurse kreisten viele Währungspaare seit Handelsbeginn. Investoren halten sich vor den am Freitagnachmittag anstehenden Pressekonferenzen auf der Zentralbankkonferenz in Jackson Hole zurück. Dann wird sich zunächst Fed-Chefin Janet Yellen und danach EZB-Präsident Mario Draghi zur geplanten Geldpolitik äußern.

 

So der Plan, aber ob sich der oberste europäische Währungshüter überhaupt zur zukünftigen Geldpolitik äußern wird, darf bezweifelt werden. Denn er hat die Finanzmärkte zuletzt darauf eingestimmt, dass die EZB im September über eine Anpassung ihres geldpolitischen Maßnahmebündels diskutieren wird. Zudem werden am 7. September die neuen Projektionen des EZB-Rats zu Wachstum und Inflation veröffentlicht. Entsprechend erscheint uns der September für eine Tapering-Ankündigung am wahrscheinlichsten.

 

Das bedeutet aber nicht, dass der Italiener sich nicht besorgt über den starken Euro äußern könnte. In diesem Fall wäre eine vorübergehende Euro-Schwäche nicht auszuschließen. So unwahrscheinlich ist das Szenario gar nicht, denn einige Währungshüter fürchten laut dem jüngsten EZB-Sitzungsprotokoll ein Überschießen beim Wechselkurs des Euro.

 

Janet Yellen muss hingegen den Eindruck vermitteln, dass die Fed weiter auf Zinserhöhungskurs ist und das die Währungshüter zum Jahresende möglicherweise noch einen Zinsschritt beschließen könnten. Den Dollar dürfte das auf breiter Front gen Norden treiben.

 

Malte Kaub