Date: 27. Juli 2017

Die amerikanische Notenbank fährt die Startrampe für die Bilanznormalisierung aus. Ansonsten ist am Abend in Amerika die Juli-Sitzung des Offenmarktausschusses der amerikanischen Notenbank (Fed) ohne große Überraschung zu Ende gegangen. Erwartungsgemäß hat die Fed ihren Leitzins unverändert in einer Spanne zwischen 1,00 und 1,25 Prozent belassen. Die Signale, dass sie eine Verkleinerung der billionenschweren Bilanzsumme im September plant, werden jedoch immer deutlicher.

 

Bei der Inflation erklärte die Notenbank, dass die Inflation nicht mehr nur vorübergehend unter dem Zielwert läuft, sondern jetzt offiziell darunter liegt. Man werde diese sehr genau beobachten, hieß es weiter. Das ist taubenhaft zu interpretieren. Eine Zinserhöhung im September ist damit endgültig vom Tisch.

 

Die größten Veränderungen im geldpolitischen Begleittext waren jedoch beim Thema Bilanzreduktion zu finden. So bereitet die Fed die Finanzmärkte weiter behutsam auf eine Verkleinerung der Bilanz im September vor.

 

Die Fed begann die Passage mit: „Vorerst werde man auslaufende Papiere weiter investieren“. Außerdem gab sie zu erkennen, dass sie „relativ bald“ mit dem Normalisierungsprozess beginnen werde. Eine Ankündigung zum Bilanzabbau ist also nach wie vor im September zu erwarten. Ab Oktober dürfte dann ein Teil der auslaufenden Papiere nicht mehr reinvestiert werden.

 

Die Fed-Sitzung hat also keine wirklich neuen Erkenntnisse in Sachen Geldpolitik geliefert. Auch deshalb folge der Devisenmarkt dem selben Muster wie schon zuvor. Die Zinsstrukturkurve flachte ab und der Greenback kippte nach unten. Umgekehrt sprang der Euro auf ein neues 31-Monatshoch bei 1,1746.

 

Malte Kaub