Date: 17. August 2017

Die Kluft zwischen den Falken und den Tauben über den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung wächst. Einige Notenbanker glauben, die Inflation sei zu niedrig und höhere Leitzinsen seien nicht angebracht. Andere wiederum argumentieren, dass eine Zinserhöhung notwendig sei, denn sonst könne es zu spät sein.

 

Es herrscht also große Uneinigkeit über den geeigneten Zeitpunkt für einen weiteren Zinsschritt, wie aus den am Mittwochabend veröffentlichten Protokollen der Juli-Sitzung hervorgeht. Viele der Währungshüter waren sich zwar darüber einig, dass die Inflation irgendwann den Zielwert von 2 Prozent erreichen werde, aber ganz sicher noch nicht jetzt.

 

Einige Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) äußerten sich besorgt über den jüngsten Inflationsrückgang und betonten, die Fed kann sich unter Umständen leisten geduldig zu sein. Man müsse zunächst einmal sicher sein, dass die Inflation auch wirklich zurück auf den Zielwert von zwei Prozent steige, hieß es.

 

Einigkeit herrschte unter den Währungshütern, dass die billionenschwere Bilanz bald schrumpfen muss. So will die Fed „relativ bald“ eine Ankündigung zum Abbau der Bilanzsumme machen. Marktteilnehmer erwarten, dass der Offenmarktausschuss dieses Vorhaben bereits im September bekannt geben wird.

 

Die Fed-Funds-Futures Kontrakte deuteten nach dem Sitzungsprotokoll darauf hin, dass die Zinsen im September unverändert bleiben. Hingegen erwarten die Märkte eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent.

 

Malte Kaub