Date: 15. Juni 2017

 

Die Federal Reserve hat auf ihrer gestrigen Sitzung wie weithin erwartet wurde eine Erhöhung der Leitzinsen um 25 Basispunkte beschlossen. Überraschend optimistisch äußerte sich Fed-Chefin Janet Yellen zur heimischen Wirtschaft.

Viele Trader hatten gestern nach enttäuschenden Konsumausgaben und Inflationsdaten zunächst extrem short auf die amerikanische Währung spekuliert. So erwarteten Volkswirte ein Wachstum der Einzelhandelsumsätze, aber stattdessen fielen sie um 0,3 Prozent, was den größten Rückgang seit Januar 2016 darstellt. Selbst die Verkaufszahlen ohne Autos blieben im Mai hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Die Verbraucherpreise sanken wegen negativen Energiepreisen auf das Jahr hochgerechnet von 2,2 Prozent im Vormonat auf 1,9 Prozent im Mai.

Nach diesen Konjunkturdaten waren sich Investoren recht sicher, dass die amerikanische Notenbank auf den kommenden Sitzungen von weiteren Zinsschritten absehen wird. Stattdessen geschah das Gegenteil. So signalisierte die Fed noch einen weiteren Schritt in diesem Jahr. Zudem sei die schwächelnde Inflation laut Janet Yellen ein vorübergehendes Phänomen. Sie sprach sowohl über Verbesserungen am Arbeitsmarkt wie auch in der heimischen Wirtschaft und über Pläne zur Verkleinerung der Bilanzsumme.

Der US-Dollar wertete daraufhin deutlich auf. Die US-Notenbank hat zudem ihre Wachstumsprognosen erhöht, ihre Schätzungen zur Arbeitslosenquote gesenkt und ihre Inflationsprojektionen nach unten gesetzt. Die Investoren glauben aber offenbar nicht an den Willen der Fed, ihren Zinserhöhungszyklus in diesem Jahr fortzusetzen, weshalb die Kursbewegungen relativ moderat ausgefallen sind.

Den weiteren Weg werden voraussichtlich nur die Konjunkturdaten zeigen. Weil die amerikanische Notenbank über die aktuelle Konjunkturschwäche hinweg sieht und sogar einen weiteren Zinsschritt erwartet, sollten sich die Verluste des US-Dollars in Grenzen halten.