Date: 21. Juli 2017

An den internationalen Devisenmärkten spielte die Musik heute im Euro und im US-Dollar. So sorgten vor allem die politischen Turbulenzen in der größten Volkswirtschaft auf der Welt für Verunsicherung. Der Greenback verlor deshalb rasant an Wert, die Kurse an den Börsen fanden keine klare Richtung und Anleger flüchteten in als sicher geltende Anlagehäfen wie Gold.

 

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will Sonderermittler Robert Mueller, der die Kontakte von Donald Trump nach Moskau untersucht, seine Ermittlungen erweitern und Trumps Geschäftstransaktionen überprüfen lassen. Das gefiel dem Greenback jedoch überhaupt nicht. Er fiel auf ein neues Jahrestief bei 93,83. Die Verunsicherung zeigte sich auch in der Rendite  für richtungsweisende US-Staatsanleihen. Sie gab deutlich nach und verlor 0,24 Prozent auf 2,2642.

 

Der Euro hingegen legte nach der geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu. Zwar warten die Währungshüter noch immer auf überzeugendere Signale einer sich selbst tragenden übergeordneten Inflation. Draghi betonte jedoch, dass die Kerninflation mittelfristig deutlich anziehen werde. Zudem machte er deutlich, dass man im Herbst über potenzielle Anpassungen bei den Anleihekäufen diskutieren werde. Die EZB scheint sich also tatsächlich sehr langsam und zurückhaltend, aber stetig auf eine weniger laxe Geldpolitik hin zu bewegen.

 

Zum Wochenschluss stehen weder aus Europa noch aus Amerika Konjunkturdaten an, die zu Kursbewegung führen könnten. Entsprechend werden die Marktteilnehmer die politischen Entwicklungen in Washington weiter sehr genau verfolgen. Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, dürften vor allem sichere Häfen wie Gold und Yen profitieren.

 

Malte Kaub