Date: 26. Januar 2018


Die Europäische Zentralbank hat ihren Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken erwartungsgemäß auf der Nulllinie belassen. Überraschend war jedoch die Tatsache, dass EZB-Präsident Mario Draghi nicht zum Kampf gegen die dynamisch steigende Gemeinschaftswährung aufgerufen hatte.

Vielmehr brachte er die EUR-Bullen mit seinen besonnen Worten erst so richtig in Fahrt und so stieg der Eurokurs auf den höchsten Stand seit Dezember 2014. Ohne verbale Interventionen der Währungshüter dürfte der Euro in den nächsten weiter aufwerten.

Auch aus Sicht der Markttechnik sehe ich derzeit keinen Grund, der gegen eine sich fortsetzende Stärkeperiode der Gemeinschaftswährung spricht. Die technischen Indikatoren steigen zwar allmählich in die Gefahrenzone, aber das reicht noch nicht, um auf eine tiefgreifende Korrektur des Eurokurses zu spekulieren.

Im Auge sollten Investoren jetzt den markanten Widerstandsbereich aus der Glättung der letzten 90- und 200-Tage in der Kursregion um 1,2470 behalten. Schließlich muss ein Sprung und Schlusskurs über dieser Schlüsselzone von einem Verlassen des Abwärtstrends gesprochen werden. Als Kursziele auf der Oberseite kommen dann die Bereiche um 1,2570 und 1,2610 in Frage.

Um die Chartanalyse abzurunden wollen wir uns noch kurz mit den Marken auf der Unterseite auseinandersetzen. Neben dem gestrigen Tagestief bei 1,2393 ist dabei vor allem die Durchschnittslinie der letzten 10 Tage bei rund 1,2300 zu nenne. Bei einem Bruch darunter würden die Bären allmählich wieder die Oberhand gewinnen und eine Korrektur droht.

Malte Kaub