Date: 30. August 2017

Der Euro hat am Dienstag die bedeutende 1,20er Marke übersprungen. So richtig wollten sich Investoren aber nicht festlegen – geldpolitische Risiken machen sie nervös. Die Rally pausiert vorerst.

 

Die Gemeinschaftswährung sprang am Vormittag erstmals seit Januar 2015 über die Marke von 1,20 US-Dollar, konnte die Gewinne zum Ende des Handelstages aber nicht verteidigen und schloss unter der bedeutenden Marke. Auf täglicher Basis wurde ein klassisches Umkehrmuster in Form eines inversen Hammers ausgeprägt. Angesichts des negativen Candlestickmusters liegt das Risiko jetzt auf der Unterseite.

 

Zwar schiebt die Schwäche der amerikanischen Währung an. Die geldpolitischen Risiken in der Eurozone bremsen den Kurs jedoch aus. So richten die Investoren ihren Fokus bereits auf die EZB-Sitzung am 7. Dezember. Die Finanzmärkte erwarten in Summe einen hawkishen Grundtenor. Entsprechend hoch ist das Enttäuschungspotenzial.

 

Die vorläufigen Inflationszahlen aus Deutschland und Europa per August enthalten daher eine gewisse Brisanz, denn Draghi könnte seine Aussagen bezüglich der reflationären Tendenzen relativieren, falls die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückbleiben, woraufhin auch ein geldpolitischer Handlungsbedarf vorerst vom Tisch sein dürfte. Zwar kühlte sich der Preisdruck in den vergangenen Monaten leicht ab, von Reuters befragte Ökonomen rechnen jedoch im August wieder mit einer leicht höheren Rate.

 

Malte Kaub