Date: 04. Oktober 2017

Die Gemeinschaftswährung musste zum Wochenauftakt starke Verluste hinnehmen, nachdem die Ergebnisse des inoffiziellen Referendums für die Unabhängigkeit Kataloniens Bedenken über den Bestand der EU hervorgerufen hatte. Zum US-Dollar sank der Kurs des Euro zeitweise auf den tiefsten Stand seit Mitte August.

 

Das Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens ist aber nicht der einzige Grund für die breit angelegte Schwächeperiode der Gemeinschaftswährung. In der Hoffnung auf massive Steuersenkungen und Deregulierung in den USA hat der Greenback zuletzt wieder deutlich aufgewertet. Jedoch gibt es noch einige Fragen bezüglich der Finanzierung und Umsetzung der trumpschen Steuerreform, so dass man das Wiederaufleben des Reflationstrades noch nicht als bare Münze nehmen sollte. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Trump bis heute noch keines seiner Vorhaben in die Tat umsetzen konnte.

 

Unterstützung dürfte der US-Dollar auch aus dem Grund erhalten, dass Trump in den kommenden Wochen über die Nachfolge von Notenbankchefin Janet Yellen entscheiden möchte. Favorit auf den Vorsitz ist nach Expertenmeinung der als Falke bekannte Kevin Warsh, der schon zwischen 2006 bis 2011 im obersten Entscheidungsorgan der Federal Reserve saß.

 

Aber auch aus technischer Sicht ziehen dunkle Gewitterwolken für den Eurodollar auf. So wurde in der Vorwoche die wichtige Chartunterstützung in Form der Nackenlinie einer Schulter-Kopf-Schulter Formation bei 1,1850 unterschritten. Daraus lässt sich weiteres Abwärtspotenzial bis 1,1570 ableiten.

 

Malte Kaub