Date: 24. Oktober 2017

Die Furcht vor einem Ausscheiden Kataloniens scheint Anleger immer stärker zu verunsichern. Nach einer kurzfristigen Aufhellung trübte sich die Stimmung rund um die Gemeinschaftswährung deutlich ein. Zum Tagesschluss verlor der Euro knapp 0,4 Prozent bei 1,1740.

 

Kataloniens Separatisten hatten am Samstag gegen die von Spaniens Ministerpräsident angekündigten Neuwahlen demonstriert. Zudem drohte der spanische Generalstaatsanwalt José Manuel Maza dem katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont mit Gefängnis, falls er die Unabhängigkeit seiner Region erklärt.

 

Hinzu kam die breit angelegte Stärke des Greenbacks, der von steigenden Renditen amerikanischer Schuldtitel profitierte, was den Rendite-Spread zwischen deutschen Staatsanleihen und deren Pendants jenseits des Atlantiks vergrößert hatte.

 

Profitiert hatte der US-Dollar außerdem von der Entscheidung des US-Senats, der letzten Donnerstag einen Haushaltsentwurf verabschiedet hatte und damit den Weg für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform freigemacht hat.

 

Mit Spannung dürften Investoren nun der am Donnerstag stattfindenden Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) entgegenfiebern. Große Überraschungen sind nicht zu erwarten. Vielmehr dürfte Mario Draghi seiner Linie treu bleiben, und betonen, dass die Geldpolitik zunächst weiterhin sehr expansiv ausgerichtet bleiben wird. Zwar dürften die Anleihekäufe um 10 Milliarden Euro abschmelzen, aber das Programm um weitere sechs Monate verlängert werden.

 

Damit würde die europäische Notenbank den politischen Unsicherheiten im kommenden Jahr frühzeitig entgegenwirken. Zugleich würde sie damit auch den Euro schwächen, was gewollt ist, nachdem sich einige Währungshüter besorgt über die jüngste Aufwertung der Gemeinschaftswährung geäußert hatten.

 

Malte Kaub