Date: 24. Mai 2019

Die Talfahrt im Euro beschleunigte sich gestern Nachmittag und so kollabierte der EUR/USD mit 1,1107 Dollar auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Auslöser dafür waren schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone.

 

Die Stimmung der Industrieunternehmen in Deutschland hat sich im Mai nach vorläufigen Berechnungen weiter verschlechtert.

 

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel um 0,1 Punkte auf 44,3 Zähler und liegt damit so tief wie zuletzt seit knapp sieben Jahren nicht mehr. Analysten hatten im Vorfeld mit einer auf 44,8 Punkte gerechnet. „In der Industrie fiel der Ausblick wegen der weltweit angespannten Handelsbeziehungen erneut am pessimistischsten aus“, sagte Phil Smith, Principal Economist bei IHS Markit und Autor des Flash-PMI.

 

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich nach einer kurzen Erholung wieder deutlich eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel um 1,3 Punkte auf 97,9 Zähler und erreichte damit den tiefsten Stand seit Ende 2014.

 

Der Index für die Lage fiel von 103,3 auf 100,6 Punkte. Der Index für die Geschäftsaussichten im kommenden halben Jahr stieg etwas überraschend von 95,2 auf 95,3 Punkte. Damit liegen die Aussichten aber immer noch so tief wie zuletzt im November 2012. Vor allem im Dienstleistungssektor habe sich die Stimmung deutlich eingetrübt, teilte das Ifo-Institut mit.

 

Mit Beginn der US-Sitzung konnte sich die Einheitswährung wieder dynamisch erholen und stieg über die Marke von 1,1160 Dollar zurück. Der Grund dafür waren schwache Einkaufsmanagerindizes aus der Industrie und Dienstleistung in den USA. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe lag mit 50,6 so tief wie zuletzt im Mai 2016. Auch die Stimmung im Dienstleistungsgewerbe trübte sich spürbar ein.

 

Im Fokus stehen heute die Auftragseingänge langlebiger Industriegüter aus den USA.

 

Malte Kaub

 

 

 

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