Date: 26. September 2017

Das Ende der großen Koalition in Deutschland und die potenzielle Bildung einer populistischen Regierung in Neuseeland haben die jeweiligen Landeswährungen zum Wochenauftakt deutliche Verluste eingebrockt.

 

Die Gemeinschaftswährung verlor den Halt über der wichtigen Marke von 1,19 und notierte am amerikanischen Nachmittag zeitweise auf 1,1830. Neben dem Wahldebakel belastete den Euro der überraschende Einbruch des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers, der Ifo-Index. Das Geschäftsklima sei laut dem Münchner Institut im September von 115,7 auf 115 Punkte gesunken. Das war deutlicher als zuvor von Experten erwartet. Sie hatten im Schnitt mit 116 Punkten gerechnet. Dies steht im krassen Widerspruch zu den jüngsten Einkaufsmanagerindizes.

 

Auch Deutschland konnte sich dem Aufstieg rechtspopulistischer Parteien nicht entziehen, nachdem es die Alternative für Deutschland (AfD) auf Anhieb in den Bundestag geschafft hat. Die Partei um Frauke Petry, die überraschend auf ihre Fraktionsmitgliedschaft verzichtete, legte im Vergleich zur letzten Bundestagswahl rund das Dreifache zu. Insgesamt erhält ihre Partei 94 Sitze im Bundestag. Eine größere politische Unsicherheit im sonst so stabilen Deutschland ist damit zu erwarten. Ob dies jedoch den Euro nachhaltig beeinflussen wird wagen wir zu bezweifeln.

 

Der neuseeländische Dollar erlitt am Montag einen akuten Schwächeanfall, nachdem die National Party zwar die Parlamentswahl gewonnen hat, aber aufgrund der fehlenden Regierungsmehrheit auf einen Koalitionspartner angewiesen ist. Auch hier spielt eine populistische Partei das Zünglein an der Waage. Theoretisch wäre eine Koalition zwischen der National Party und NZ First möglich, aber auch eine Partnerschaft mit Labour und den Grünen steht zur Debatte.

 

 

 

Malte Kaub