Date: 25. Juni 2018


Der Euro hat zum Schweizer Franken in den letzten 6 Wochen gut 600 Pips an Wert eingebüßt. Als Grund dafür gilt der Status des CHF als sicherer Anlagehafen in stürmischen Zeiten. Sobald andernorts das Chaos droht, verschieben die Investoren ihr Frankenanlagen und der Schweizer Franken wertet auf. Aber ist das wirklich so einfach?

Die aktuelle Aufwertung des Schweizer Franken zur Gemeinschaftswährung ist vor allem auf die breit anlegte Schwäche des Euro zurückzuführen. So hatte der EZB-Chef Mario Draghi auf der letzten Pressekonferenz den Anlegern klargemacht, dass eine Zinserhöhung nicht vor Sommer 2019 geschehen wird. Die ultra-lockere Geldpolitik der letzten Jahre setzt sich damit fort, selbst wenn die EZB das Wertpapierkaufprogramm Ende Dezember 2018 auslaufen lässt.

Aber auch die Unsicherheit rund um die Regierungsbildung in Italien hat den Euro stark belastet und gleichzeitig dem Schweizer Franken Kapitalzuflüsse beschwert, da er neben dem japanischen Yen als Hort der Stabilität bekannt ist. Noch immer ist unklar, wie tief das hochverschuldete Italien in die Tasche greifen will, um die Wirtschaft anzukurbeln. Der Unsicherheitsfaktor Italien bleibt uns also noch eine Weile erhalten.

Dann wären da noch die Austrittsverhandlungen des Vereinigten Königreichs mit der Europäischen Union. Noch immer ist nicht klar, ob wir einen geordneten oder einen harten Brexit erleben werden. Schließlich gibt es noch immer keinen roten Faden der britischen Regierung bezüglich der Brexit-Verhandlungen. Von daher muss mit dem schlimmsten Szenario gerechnet werden.

Vor all den genannten Hintergründen ist es sogar möglich, dass der EUR/CHF mittelfristig weiter abwertet. Tiefer als 1,1265 Franken sollte es unserer Meinung nach aber nicht gehen.

Malte Kaub