Date: 30. Juni 2017

Seit Januar vergangenen Jahres befinden sich die amerikanischen Standardwerte im Steigflug. Gestern zeigte der Dow Jones Industrial Average jedoch erste ernstzunehmende Ermüdungserscheinungen. So deuten sowohl die quantitativen Indikatoren wie auch die aktuelle Candlestickkonstellation auf einen nachlassenden Aufwärtstrend hin.

 

Das bearish Engulfing im Tageschart, welches die Kerzenkörper der vergangenen acht Handelstage umschließt, signalisiert Ungemach für den Index. Aber auch die negative Divergenz des RSI auf Tages- sowie auf Wochenbasis ist ein bedeutendes Warnsignal. Im Regelfall ist es aber ein recht zuverlässiger Hinweis darauf, dass der herrschende Aufwärtstrend ernsthaft in Frage gestellt werden sollte.

 

So wird es interessant sein, ob es dem Dow Jones gelingt, sich über den vielfältigen Unterstützungsniveaus zu halten und danach wieder den Weg in Richtung Norden beschreitet. Vor allem aber die Negativausrichtung der Wochenindikatoren, sollte die Investoren zur Vorsicht mahnen.

 

Eine erste Unterstützung bietet der gleitende 38-Tagesdurchschnitt, welcher bei etwa 21.146 Zählern liegt. Dieser harmoniert interessanterweise mit dem ehemaligen Ausbruchsniveau bei 21.129 Zählern. Ein Bruch darunter bedeutet ein Rückgang auf den Glättungsdurchschnitt in Form der 90-Tage-Linie bei 20.933 Zählern. Weitere wichtige charttechnische Unterstützungsniveaus liegen zwischen 20.563 und 20.367 Punkten. Eine Trendlinienunterstützung – abgeleitet aus dem Tief im Februar 2016, liegt bei rund 20.000 Zählern. Verstärkt wird diese Schlüsselregion durch die 200-Tage-Linie und dem 23,6% Fibonacci-Retracement vom Februar 2016 bis zum jüngsten Hoch Mitte Juni.

 

Insgesamt ist auf Grund aller Anzeichen damit zu rechnen, dass der Dow Jones, falls er weiter korrigiert, bis auf einen Kursbereich zwischen 20.100 und 20.000 fallen könnte, bevor es zu einer Bodenbildung kommen kann.

 

Malte Kaub