Date: 19. Juli 2017

Der Kurs des deutschen Leitindex kannte an diesem Dienstag nur einen Weg: nach unten. Vor allem Gold und Anleihen waren gefragt, der DAX büßte hingegen 1,25 Prozent ein.

 

Als Gründe für die nachlassende Aufwärtsdynamik gelten die enttäuschend ausgefallenen deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen, die schwächelnde US-Inflation sowie Trumps gescheitertes Vorhaben, dass Gesundheitssystem in den Vereinigten Staaten zu reformieren.

 

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Juli um 1,1 Punkte gefallen und stehen nun bei plus 17,5 Punkten. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage sank von 88 zuvor auf 86,4 Punkte.

 

In den Vereinigten Staaten haben sich zudem die Einfuhren im Juni bereits den zweiten Monat in Folge verbilligt. Sie fielen im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent, wie das US Bureau of Labour Statistics heute mitteilte. Das nimmt den Druck von der amerikanischen Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu straffen, da der Inflationsdruck immer mehr nachlässt.

 

Als zusätzlicher Belastungsfaktor erwies sich zudem der aufwertende Eurokurs, denn eine starke Gemeinschaftswährung kann die deutsche Exportwirtschaft belasten und so die Profitabilität der deutschen Unternehmen schmälern.

 

Auch von der technischen Seite droht dem deutschen Leitindex weiterhin Ungemach. Sobald der Dax unter 12.291 Punkte fällt, ist mit nachgebenden Kursen bis in den Bereich um 12.136 Punkten zu rechnen. Das entspricht der Parallelverschiebung des Aufwärtstrends seit Juni 2016. Danach definieren eine horizontale Unterstützungslinie bei 11.871 Punkten sowie die 200-Tage-Linie bei 11.761 Punkten die nächsten Rückzugsmarken.

 

Malte Kaub