Date: 04. Juni 2018

Der deutsche Leitindex hat die politischen Sorgen rund um die Italienkrise abgeschüttelt und ist am Freitag deutlich gen Norden marschiert.

Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechtsextreme Lega hatten sich am Donnerstagabend auf eine Regierungsbildung geeinigt. Der Wirtschaftsexperte Giuseppe Conti nahm den Regierungsauftrag von Präsident Sergio Mattarella an. Damit sind Neuwahlen in Italien vom Tisch und die Anleger haben diese Entwicklung am letzten Handelstag der vorangegangenen Woche begrüßt.

Der umstrittene Euro-Kritiker Savona wird neuer Minister für europäische Angelegenheiten, nachdem er vor einer Woche noch der Grund dafür war, dass der italienische Präsident Mattarella eine Regierungsbildung abgelehnt hatte.

Spannend ist aber noch immer die Frage, wie es mit der bisherigen Sparpolitik im hoch verschuldeten Italien weitergehen soll. Schließlich wollen die beiden Parteien, die dem rechten Flügel angehören, die Steuern senken und zusätzliche Sozialausgaben erlassen – alles vor dem Hintergrund, dass Italien als Land mit der zweithöchsten Verschuldung in der europäischen Union nach Griechenland gilt.

Diese Tatsache sollten Anleger im Hinterkopf behalten, wenn sie in die europäischen Aktienmärkte investieren wollen. Denn die Krise in Italien ist noch nicht gemeistert, sie wurde mit der Regierungsbildung lediglich vertagt. Mit einem wiederaufflammen der Sorgen um Italien muss jederzeit gerechnet werden.

Unterdessen muss der Dax die zuletzt gerissene Gap bei 12.858 Punkten schließen, um seine Chance auf eine tiefgreifende Erholung zu wahren. Ansonsten müssten Anleger mit einem Abgleiten in Richtung des Tiefs vom 31. Mai bei 12.547 Punkten rechnen.

Malte Kaub