Date: 13. Juli 2017

BoC zieht die geldpolitischen Zügel an

 

Der kanadische Dollar hat am Mittwoch zum Greenback fast 3 Cent an Wert gewonnen und ist auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr gestiegen. Auslöser war die Entscheidung von der kanadischen Notenbank (BoC), die Leitzinsen erstmals seit Juli 2015 um einen Viertelpunkt auf 0,75 Prozent zu erhöhen.

 

Zudem haben die Währungshüter die Prognosen für das Wirtschaftswachstum für das laufende sowie das kommende Jahr leicht nach oben gesetzt. Die Verlangsamung der Inflation sei hingegen vor allem temporären Faktoren geschuldet, hieß es im geldpolitischen Begleittext.

 

Der Chef der kanadischen Notenbank, Stephen Poloz, sagte auf der anschließenden Pressekonferenz, dass man den Einfluss von höheren Leitzinsen auf die Wirtschaft sehr genau beobachten müsse. Jedoch „besteht kein Zweifel darüber, dass die Zinsen im Laufe der Zeit weiter steigen werden“, erklärte er. Angesichts sich jüngst aufhellender Konjunkturdaten kann der geldpolitische Stimulus zurückgefahren werden. Außerdem zeigen die Aufwärtsrevisionen der BIP-Prognosen, dass sich die Produktionslücke schneller schließen wird als anfangs gedacht, erklärte die Stellvertreterin Wilkins. Poloz erwartet nun eine Rückkehr der Inflation zum Zielwert innerhalb eines Jahres.

 

Diese eindeutig positiven Äußerungen sorgten für eine zweite Kaufwelle im kanadischen Dollar. Mittelfristig besteht deshalb weiteres Abwärtspotenzial für den USD/CAD. Kurzfristig ist das Währungspaar jedoch etwas heiß gelaufen, so dass Investoren eine kleine Aufwärtskorrektur einkalkulieren müssen.

 

Malte Kaub