Date: 13. Juni 2017

 

Die kanadische Notenbank (BOC) denkt offenbar deutlich über eine Erhöhung der Leitzinsen nach. Die Märkte haben einen solchen Schritt noch nicht eingepreist. Entsprechend wertete der kanadische Dollar auf breiter Front auf.

 

BOC-Vize-Gouverneurin Carolyn Wilkins hat indirekt die Bereitschaft der Bank of Canada (BOC) zu einer Leitzinserhöhung signalisiert. Man müsse sich fragen, ob die um 50 Basispunkte gemachten Leitzinssenkungen seit 2015 überhaupt noch notwendig seien, denn die jüngste wirtschaftliche Entwicklung sei ermutigend, sagte sie. So wuchs das Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal um annualisiert 3,7 Prozent und die Wirtschaft schaffte im Mai 54.500 neue Stellen. „Wenn sich das Wachstum ausdehnt, dann sind Zinserhöhungen angemessen“.

 

Inzwischen haben also die überwiegend positiven Konjunkturdaten die verbreiteten Zweifel an der Nachhaltigkeit des beginnenden Konjunkturaufschwungs zurückgedrängt.

 

An den Finanzmärkten ist eine Erhöhung des Leitzinses in Kanada noch im Dezember um 25 Basispunkte von 29 Prozent auf 58 Prozent gestiegen. Daraufhin legte der kanadische Dollar eine Schippe darauf und wertete gegenüber dem Greenback in der Spitze um mehr als 150 Pips auf.

 

In dieser charttechnischen Konstellation gilt es nun, die Schlüsselunterstützung aus dem Aufwärtstrend seit Mai 2016 (akt. bei 1,3265), sowie die aus mehreren Tiefpunkten bestehende horizontale Haltezone und das 38,2% Fibonacci-Retracement (1,3267) nicht zu unterschreiten. Denn ansonsten wäre der o.g. Erholungstrend gebrochen und Investoren müssten ein Wiedersehen mit dem Jahrestief 2016 bei 1,2460 einkalkulieren.

 

Malte Kaub