Date: 26. Oktober 2017

 

Die kanadische Notenbank hielt wie erwartet still. Vorerst befindet sich die Zentralbank damit in einem Wartemodus und wird ihre weitere Zinspolitik an die hereinkommenden Konjunkturdaten anpassen. Der starke Loonie belastete vorübergehend die Inflation.

 

Allerdings revidierten die Notenbanker im Oktober ihre wirtschaftlichen Projektionen. So hob die BoC überraschend ihre Wachstumsprognosen für Kanada für 2017 und 2018 auf 3,1 Prozent beziehungsweise 2,1 Prozent an.  Das lag über den meisten Konsensschätzungen.

 

Erstmals äußerten sich die Währungshüter aber besorgt über die Neuverhandlungen des nordamerikanischen Handelsabkommens Nafta. Da sich die USA, Mexiko und Kanada nicht mehr in diesem Jahr einigen werden, glauben wir, dass die Notenbank ihre zinspolitischen Zügel in diesem Jahr nicht weiter straffen dürfte.

 

Bezüglich der Inflation äußerten sich die Notenbanker optimistisch. So werde das Preisniveau das angestrebte Ziel von 2 Prozent erreichen; jedoch etwas später als gedacht. Vor allem der stärkere kanadische Dollar laste auf der Inflation. Man werde aber voraussichtlich das Inflationsziel gegen Ende 2018 hin erreichen.

 

Angesichts der vorsichtigen Haltung der BoC gehen die internationalen Finanzmärkte nun davon aus, dass die kanadische Notenbank die Leitzinsen erst im März und September 2018 wieder anheben wird. Das ist zwar optimistisch, aber solange Nafta nicht auseinanderbricht, sprechen einige Gründe dafür, dass die Notenbanken auch im kommenden Jahr zweimal an der Zinsschraube drehen wird.

 

Malte Kaub