Date: 28. April 2020

Die Aussichten für Rohöl bleiben düster. Der Juni Kontrakt für WTI fällt auf $10. Der Focus der Anleger liegt bereits auf dessen Ablauf – noch wirkt die Sorge nach als im Mai der negative Kurs zum Verfallsdatum die Börsen schockierte.

Es ist daher verständlich, dass Anleger vermeiden möchten zum nächsten Verfallstag auf Öl zu sitzen. Dies erklärt auch den starken Contango-Effekt; der Junikontrakt notiert an der Chicagoer Mercantile Exchange nahe der Marke von 10 US-Dollar. Die Preise Kontrakte mit Ablauf im Juli oder Oktober hingegen stehen derzeit bei 70% und sogar 140% im letzteren Falle. Generell erwarten die Investoren, dass die Nachfrage im dritten Quartal 2020 wieder anziehen wird und das Phänomen der „vollen Öl-Tanks“ nicht mehr in diesem Maße auftritt.

Der aktuelle Trend ist momentan noch aber auch für die Nordseesorte Brent bärisch. Hier scheint die Situation jedoch etwas besser unter Kontrolle zu sein. Brent wird derzeit zu $20 pro Fass gehandelt. Die Möglichkeit, es zu transportieren und die spezifischen Eigenschaften des zugrundeliegenden Kontrakts machen die Sorte Brent viel widerstandsfähiger angesichts der gegenwärtigen Turbulenzen.

Carlo Alberto De Casa – Chief Analyst, ActivTrades