Date: 23. November 2017

Am internationalen Devisenmarkt hat der australische Dollar zum US-Dollar zur Wochenmitte seine Erholung weiter ausgebaut. Auftrieb gaben dem Paar neben der Überkauftkeit der technischen Indikatoren auch miserable Konjunkturdaten aus den USA. Mittlerweile flirtet der Aussie mit einer Rückeroberung der psychologisch wichtigen Marke von 0,7600.

 

In Australien war in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch die Zahl der Bauvorhaben veröffentlicht worden, die mit plus 15,7 Prozent auf eine hohe Dynamik im Wohnungsbau schließen lässt. Infolgedessen kann für die kommenden Jahre mit einer Beschleunigung des Investitionswachstums gerechnet werden. Zugleich stieg der von der Westpac Bank erhobene Leitindex, der ein Sammelindex für die australische Wirtschaft ist, um 0,1 Prozent per Berichtsmonat Oktober. Die Daten gaben dem Aussie genug Futter, um eine Erholungsbewegung vom tiefsten Stand seit Mitte Juni zu beginnen.

 

Ein wichtiger Treiber für die sich fortsetzende Erholung ist auch der Dollarkurs, der gestern auf breiter Front zurückgefallen ist. Grund dafür waren unter anderem Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen, wonach zu schnelle Zinserhöhungen eine Belastung für die künftige Inflationsentwicklung darstellen könnte.

 

Aber auch miserable Konjunkturdaten aus den USA sorgten beim Greenback für Mißtöne. So war der Auftragseingang langlebiger Güter im Oktober überraschend deutlich gesunken. Die Bestellungen gingen um 1,2 Prozent zum Vormonat zurück, nachdem im September ein Zuwachs um revidiert 2,0 Prozent (vorher 2,2 Prozent) verzeichnet worden war. Nichtsdestotrotz zeigt der Trend der Kernbestellungen auf Sicht der annualisierten Dreimonatsrate stabil nach oben. Positiv waren ausgefallen sind dagegen die wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen und die Verbraucherstimmung nach Lesart Uni-Michigan. Jedoch brachten diese dem US-Dollar auch keine Erleichterung mehr.

 

Aus Sicht der Markttechnik befindet sich das Paar immer noch in einer Konsolidierungsphase in der Nähe der Mehr-Monats-Tiefs. Auf den tieferen Zeiteinheiten ist die Tendenz leicht bullisch, so dass kurzfristig mit einem weiteren Erholungsimpuls in 0,7630 zu rechnen ist. Dort verläuft ein horizontaler Chartwiderstand aus mehreren Tiefpunkten. Erst ein Sprung darüber könnte eine Rallye in Richtung der 200-Tage-Linie bei 0,7690 auslösen.

 

Malte Kaub