Date: 27. September 2017

Nach dem Ausverkauf zum Wochenauftakt legte die Wall Street am Dienstag eine Verschnaufpause ein. Sie begann den Handelstag deutlich höher, da die gebeutelten Technologiewerte eine Unterstützung durch Schnäppchenjäger und Gewinnmitnahmen gefunden hatten. Die Zuwächse erwiesen sich jedoch als kurzlebig, da die wichtigsten amerikanischen Indizes plötzlich wieder sanken. Wir halten deshalb an unserer Meinung fest, dass uns eine große Korrektur bevorstehen könnte – gegebenenfalls in den kommenden Tagen.

 

Die amerikanischen Indizes notieren nach wie vor nahe ihrer Allzeithochs und das Ausmaß der sich darin spiegelnden Sorglosigkeit bereitet uns zunehmend Kopfzerbrechen. Auch die extrem hohen Bewertungen auf dem aktuellen Niveau müssen allmählich infrage gestellt werden. Eine wachsende Zahl von Analysten stimmen zu, dass sich der Aufwärtstrend so nicht sehr viel länger fortsetzen kann, ohne das wir eine tiefgreifende Korrektur sehen werden.

 

Ferner darf man nicht darüber hinwegsehen, dass die hohen Bewertungen daraus resultierten, dass die großen Zentralbanken den Markt mit billigem Geld überfluteten. Und so floß das Geld eben in Aktien. Jetzt strafft die amerikanische Notenbank Fed jedoch ihre Geldpolitik, in dem sie ihre billionenschwere Bilanz verkleinert. Auch andere Zentralbanken sagen der ultralaxen Geldpolitik allmählich auf Nimmerwiedersehen. Die kanadische Notenbank hat in diesem Jahr beispielsweise bereits zweimal an der Zinsschraube gedreht, während die britischen Währungshüter laut dem Protokoll der jüngsten Zinsentscheidung ein Ende ihrer lockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt haben. Aber auch die Europäische Zentralbank dürfte schon sehr bald die geldpolitischen Zügel wieder straffen.

 

Sobald die wichtigsten Zentralbanken langsam ihre Anleihekäufe auslaufen lassen, sollten die Renditen zu steigen beginnen. Höhere Renditen machen Aktienmärkte in der Regel weniger attraktiv. Deshalb glauben wir, dass wir am Rande eines Bärenmarktes stehen, sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen.

 

Malte Kaub