Date: 12. Juli 2017

Nach dem Kurssturz der vergangenen Wochen fiel der Goldpreis zum Wochenauftakt zeitweise auf 1.204 Dollar. Die schwache Performance des amerikanischen Aktienmarktes sowie Komprimierendes Material für Donald Trump half jedoch, die Verluste wieder einzudämmen.

 

Das Edelmetall kletterte gestern in der Spitze um knapp 12 Dollar auf 1.220 Dollar und schloss mit leichten Kursaufschlägen bei 1.216 Dollar.

 

Vor allem von seinem Ruf als sicherer Hafen hat der Goldpreis profitiert, denn Donald Trump Jr. hatte gestern E-Mails veröffentlicht, die wohl zu einem Treffen mit der russischen Staatsanwältin Natalia Weselnizkaja geführt haben. Dem Mailverkehr zufolge verfügte die russische Generalstaatsanwaltschaft über belastendes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton. Die internationalen Finanzmärkte sorgen sich nun darüber, ob dies möglicherweise die Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr beeinflusst haben könnte – und so mehren sich die Zweifel über die Präsidentschaft von Donald Trump.

 

Verantwortlich ist aber auch die Skepsis über die Wachstumsaussichten der größten Volkswirtschaft auf der ganzen Welt. Dies zeigt sich am langfristigen Marktzins in den USA. Die Rendite von zehnjährigen US-Staatsanleihen verliert seit Anfang der Woche gut 5 Basispunkte und notierte zuletzt auf 2,35 Prozent.

 

Für ein sich wandelndes Stimmungsbild im Goldpreis spricht derweil auch die Charttechnik. So wurden in den vergangenen zwei Handelstagen markante Dochte an der 50% Fibonacci-Korrektur des gesamten Aufwärtsimpuls seit Dezember 2016 ausgeprägt. Interessant ist darüber hinaus, dass sich die letzten Tageskerzen zudem als klassischer Hammer präsentieren. Hier spiegelt sich ein nachlassendes Abwärtsmomentum wieder. Bei 1.220 Dollar ist nun der Schlüsselwiderstand angesiedelt. Ein Sprung darüber dürfte zu einem impulsiven Short-Squeeze führen. Das nächste Kursziel ist dann bei der Glättung der letzten 200 Tage bei rund 1.230 Dollar angesiedelt.

 

Malte Kaub