Date: 23. Juni 2017

Der Fehlausbruch auf der Oberseite von Anfang Juni hinterlässt seine Spuren im Chartverlauf des Goldpreises. So kam es in den vergangenen drei Wochen zu einer Verstärkung der Abwärtsdynamik. So ist in der mittelfristig aufwärts gerichteten Bewegung ein Momentumsverlust zu erkennen, was eine markttechnische Schwäche im Aufwärtstrend anzeigt.

 

Gestern wurde dann der seit Mitte Dezember etablierte Aufwärtstrend (akt. bei 1243 USD) getestet, dessen Bruch für weitere Verluste in Richtung der horizontal verlaufenden charttechnischen Unterstützungsmarke von 1215 USD sorgen dürfte. Sollte der Goldpreis in den nächsten Wochen kein neues Hoch über 1295 USD erreichen und gleichzeitig die besagte Unterstützung bei 1243 USD unterschreiten, könnte der Aufwärtstrend mit einer Top-Bildung vorerst ein Ende gefunden haben. Eine potenzielle negative Divergenz im RSI auf Wochenebene begrenzt zudem das Potenzial nach oben hin und erhöht die Rückschlagsgefahren.

 

Neben der Charttechnik sind die sinkenden Goldpreise unter anderem mit dem sich erholenden US-Dollar, sowie der höheren Risikobereitschaft und der guten Verfassung der Aktienmärkte zu erklären. Auch die immer wieder auftauchenden Diskussionen um mögliche Zinserhöhungen sowie rückläufigen Goldkäufen von Zentralbanken verunsichern den Markt.

 

Es fehlt derzeit einfach an neuen Impulsen, weshalb eine größere Erholungsbewegung in dieser Phase unwahrscheinlich ist, so dass die Risiken auf der Unterseite angesiedelt sind.

 

Malte Kaub