Experten Analysen

US-Anleihenmarkt führt zu Verunsicherung am Aktienmarkt

 

Ein wichtiger Maßstab für die Märkte sind die langfristigen US-Treasury Anleihen, welche die Kapitalkosten der USA bestimmen. Sie erreichten am Ende eines brutalen ersten Quartals 2021 für globale Staatsanleihen den höchsten Stand seit der Corona Krise.

Die 10-jährige US-Treasury Rendite hat mit 1,77 Prozent den höchsten Stand seit Januar 2020 erreicht. Dies bringt Volatilität in die Märkte da Investoren jetzt die positiven Neuigkeiten zu den erfolgreichen Impfprogrammen in den USA mit einer möglichen Erhöhung des fiskalischen Stimulus durch die Amerikanische Zentralbank abwägen.

Die US-Anleihemärkte haben seit Januar einen weltweiten Rückzug bei Staatsanleihen angeführt, da die Anleger befürchten, dass die Federal Reserve die Wirtschaft heiß laufen lässt, indem sie riesige Mengen an Staatsausgaben mit monetären Stimuli kombiniert, um die Inflation anzuheizen. Der Bloomberg Barclays-Index für Staatsanleihen der Industrieländer ist seit Jahresbeginn bereits um 5 Prozent gefallen, nachdem er vier Quartale in Folge gestiegen war.

Die Zinskurve muss sich erst auf eine höhere Inflation und ein höheres Wachstum einstellen. Das dauert und bringt zuerst einmal Bewegung in den Markt die Trader nutzen können.

Präsident Joe Biden versprach, dass bis Mitte April 90 Prozent der US-Erwachsenen für den Covid-19-Impfstoff in Frage kommt Zugang zu einer Impfstelle im Umkreis von fünf Meilen von ihrem Wohnort haben werden. Parallel dazu legt die USA ein Infrastrukturpaket in Höhe von 3 Billionen Dollar auf, welches auf das aktuelle Konjunkturprogramm in Höhe von 1,9 Billionen Dollar folgt. Dieses massive Ausmaß der Stimulierungsmaßnahmen in den USA verursacht weltweit eine beträchtliche Nervosität an den Märkten. Das Inflations-Gespenst geht um. Dies hat bereits den aktuellen Ausverkauf bei Staatsanleihen angetrieben.

Auch die fünfjährige US-Treasury Rendite wurde mittlerweile beeinflusst. Die fünfjährige Rendite erreicht mit 0,94 Prozent den höchsten Stand seit März 2020. Gerade die Schwäche der fünf- und siebenjährigen Staatsanleihen spiegeln die Bedenken der Investoren wieder, dass die Fed die Zinsen früher als geplant anheben könnte. Eine Inflation, die über dem Ziel der FED liegt, wird dazu führen, dass die ultralockere Politik der Zentralbank in Frage gestellt wird. Führende Ökonomen gehen davon aus das „Egal wie viel Warnung wir von der Fed bekommen, irgendwann werden sie die Zinsen anheben müssen“.

Die Bewegung an den Anleihenmärkten sind Ausdruck einer Kombination von Ängsten über erzwungene Liquidationen in Aktien und die Aufmerksamkeit verlagert sich wieder auf das nächste Steuerpaket in den USA.

Im Ergebnis haben die starken Bewegungen im Anleihehandel zu Beginn des Jahres die Aktienmärkte erschüttert und insbesondere Wachstumsaktien im Technologiebereich wurden zuerst getroffen. Für Trader bedeutet dies noch nicht das sofortige Ende der Boom Phase am Aktienmarkt, aber wir müssen uns auf mehr Volatilität einstellen und flexibel reagieren, wenn wir erste Anzeichen ansteigender Inflation sehen.

Malte Kaub – Analyst

Quelle: ActivTrader

 

 

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