Experten Analysen

Nikkei225 – Olympia als Schub voraus?

 

Können die „Olympischen Spiele“ in Tokio (Tokyo Olympics) Japans Börse und damit dem japanischen Leitindex „NIKKEI225“ einen Schub geben oder wird das global so wichtige Ereignis zu einem Rohrkrepierer? Zwar mag man das Thema „Covid-19“ nicht mehr hören und am liebsten verdrängen wollen, doch in Asien und insbesondere jetzt im Rahmen des vom 23. Juli 2021 bis zum 08. August 2021 stattfindenden sportlichen Großereignisses in Japan bleibt dies ein brisantes Thema. Inwieweit sich Massenevents auf die weitere Verbreitung auswirken könnten, wird man in den kommenden Tagen und Wochen eventuell noch nach dem Ende der Fußball-Europameisterschaft zu bewerten haben. Der Erfolg des japanischen Impfprogramms jedenfalls – vor allem so kurz vor den olympischen Spielen – könnte für Japans Premierminister Suga und seine Regierung zur enormen Belastungsprobe werden.

 

Japans Position im internationalen Vergleich

 

Weltweit wurden den aktuellen Daten des „Financial Times Covid-19 Vaccination Trackers“ zufolge, der sich aus den Daten von „Our World in Data“ und den Meldedaten der „WHO“ (World Health Organization) speist, bereits 3,195 Milliarden Impfdosen verabreicht. Die Daten beziehen sich dabei auf 232 Länder. Bis zum September/Oktober könnten den Hochrechnungen – basierend auf dem aktuellen Impftempo – mit einer 49prozentigen Wahrscheinlichkeit schon 5 Milliarden dosen erreicht werden. Während zum Beispiel in Großbritannien bereits jeder zweite Bürger vollständig geimpft wurde und auch in den USA schon 47,3 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft ist, liegt dieser Anteil Deutschland bei 37,9 Prozent, doch in Japan mit dem Stand des 01. Juli 2021 bei schlappen 12,7 Prozent. Japan befindet sich demnach auf den hintersten Rängen der G20-Länder. Dies könnte nun gerade im Zuge der bevorstehenden olympischen Spiele mehr als nur Fragen aufwerfen.

 

Im Vergleich zu vielen Ländern startete man in Japan recht spät mit den Impfungen. Mitte Februar wurden in Japan zwar schon die dem Risiko am meisten ausgesetzten Personen im Arbeitsbereich Medizin und Pflege geimpft, doch die Senioren (als ab dem Alter von 65 Jahren) begann man offiziell erst ab dem 12. April zu impfen. Bis zu diesem 12. April war der Impfstoff von „BioNTech/Pfizer“ (Corminaty) das einzige zugelassene Präparat. Die Bevölkerungsgruppe der Senioren macht im Industrieland Japan mit der ältestes Durchschnittsbevölkerung der G7 bereits rund 36 Millionen Menschen aus. Man muss auch sagen, dass Japan beispielsweise mit der Zulassung der Covid-19-Impfstoffe von „AstraZeneca“ und „Moderna“ sehr spät dran war – die Zulassungen erfolgten erst am 21. Mai 2021 und auch in Japan pausierte man die Verwendung von „AstraZenecas“ Präparat schon einen Tag danach aufgrund der bereits ähnlich von der EMA (European Medicines Agency) geäußerten Bedenken. Erst ab dem 21. Juni begann man in Japan mit der Impfung von unter 65jährigen. Die zuständige japanische Impfkommission und der oberste Beauftragte Taro Kono will bis Ende September die gesamte Bevölkerung bis zu den 16jähigen ein Impfangebot gemacht haben.

 

Impfverzögerungen und Pannen können politische und wirtschaftliche Konsequenzen haben

 

Die immensen Verzögerungen in Bezug auf Japans Impfkampagne setzen die japanische Politik und die zuständigen Ministerien, Minister und auch Japans Regierung unter Druck. Eigentlich dürfte jedoch für die zeitliche Verzögerung der Impfkampagne die recht strikte japanische Arzneimittelaufsicht die Hauptverantwortung tragen, doch in der Bevölkerung kommt dieser Eindruck wohl nicht an, denn da sieht man die Politik unter Zugzwang. Besonders Olympia rückt dabei Japans künftiges Impfmanagement gerade jetzt in das internationale Rampenlicht. Dabei muss man aber auch einmal sagen, dass Japan bis dato eigentlich einen doch guten Job gemacht hat, denn die Anzahl der an Covid-19 Verstorbenen liegt bei derzeit knapp 15.000 und damit aufgrund einer Bevölkerung von rund 126 Millionen Menschen weit unter vielen Ländern in Europa. Das ist wohl auch der hohen Disziplin innerhalb der japanischen Bevölkerung zu verdanken.

 

Mittlerweile hat sich die Stimmung in Japan in der Bevölkerung gegenüber dem Olympia-Spektakel gedreht und es sind nur noch etwa 50 Prozent der Japaner für die Austragung in diesen Zeiten. In Bezug auf die Politik und dem Festhalten an dem global vielbeachteten Event wird sich also auch die Politik künftig messen lassen müssen. Premierminister Suga muss sich zwei wichtige politische Events in den nächsten Monaten stellen. Zunächst geht es um die Führungsrolle innerhalb der „Liberal Democratic Party“ (LDP) und die muss Suga für sich entscheiden und ferner geht es um einen Sieg bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus. Bei beiden Events sollte Suga besser „sein Gesicht wahren“, ansonsten wäre seine Stellung geschwächt. Den ersten Dämpfer erhielt LDP-Präsident und Japans Premierminister Yoshihide Suga bereits bei den regionalen Wahlen in Tokio, die am Sonntag stattfanden und für die LDP enttäuschend ausfielen. Den letzten Hochrechnungen vom Montag zufolge verfehlte die LDP mit ihrem Juniorpartner „Komeito“ eine Mehrheit im Regionalparlament von Tokio. Die Wahlen in Tokio gelten als Stimmungstest für die Wahlen zum Repräsentantenhaus. Insbesondere die Bevölkerung Tokios beäugt das noch knappe Impfstoffangebot, die Impfkampagne in Kombination mit den olympischen Spielen sehr kritisch. Man will schließlich keinen explosiven Corona-Massenausbruch in Tokio und vor allem nicht seit den vielen Entbehrungen der letzten Zeit.

 

Nikkei225 fällt zum Wochenstart zurück – politischer Gegenwind und US-Geldpolitik könnten künftig belasten

 

Japan oberste Börsenliga knickte zum Wochenstart ein und verlor am Montag um 0,64 Prozent auf 28.598,19 Zähler. Die Covid-19-Infektionen zogen in Japan zuletzt wieder an – vor allem sind die steigenden Zahlen auf die Delta-Variante zurückzuführen, wie die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ (Nihon Keizai Shimun) berichtete. Neben dem Gegenwind für Japans Regierung könnte ausgerechnet auch noch der geldpolitische Wechsel in Washington für den japanischen Nikkei225 zu einem Hindernis werden. Mit einem baldigen Zurückführen der Anleiheankäufe und zumindest zwei angekündigten Zinserhöhungen bis zum Ende des Jahres 2023 könnte es zwischenzeitlich zu Unsicherheiten an den internationalen Kapitalmärkten kommen, die in der Folge zu einem stärkeren Yen führen könnten. Ein starker Yen wäre als Gift für Japans Wirtschaft zu betrachten, die stark vom Export abhängig ist und würde ebenso japanische Aktien weniger attraktiv erscheinen lassen. Eine Korrektur könnte das wichtige Währungspaar USD/JPY unter die Marke von USD/JPY 110 fallen lassen und Abschlagspotenzial bis zu 108 oder gar 107 haben. In diesem Fall würde der Nikkei225 etwas Federn lassen.

 

Japans Wirtschaft könnte also auch trotz Olympia im zweiten Quartal noch stagnieren. Größere Impulse sind wohl diesbezüglich nicht zu erwarten. Letztere Einschätzung veröffentlichten zudem jüngst die Analysten der DBS aus Singapur. Dies würde sich demnach mit einem schwächeren Nikkei225 decken.

 

Wie sieht das für den Nikkei225 so wichtige Währungspaar USD/JPY charttechnisch aus?

 

Die Analyse des Währungspaares USD/JPY wäre voranzustellen, denn je stärker der japanische Yen auf- oder abwerten würde, desto eher bestünden Chancen für den Nikkei225 auf eine Ab- bzw. Aufwertung. Die Analyse von USD/JPY erfolgt hier am Tageschartbild mittels einer Fibonacci-Analyse. Diese Analyse wäre am Hochpunkt des 31. März 2021 bei 110.96 anzulegen und bis auf das Zwischentief vom 23. April 2021 von 107,47 zu ziehen. Aufgrund dieser Analyse wären mittels der Fibonacci-Retracements und Fibonacci-Projektionen die nächsten Ziele für die Bullen und Bären näher zu definieren. Die Widerstände wären bei den Marken von 111,79 (123.60%) und 112,30 (138.20%) abzuleiten. Die Unterstützungen kämen bei 110,14 (76.40%) und 110,63 (61.80%) in Frage. Ein Abschlag bis auf USD/JPY 108/107 wäre einerseits mittels des Tiefs von 107,47 zu erklären und andererseits aufgrund der EMA200 zu indizieren, die zum Zeitpunkt dieser Analyse bei 108,03 schwebt.

 

Quelle: ActivTrader, USDJPY

 

 

 

 

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