Experten Analysen

Berichtssaison – die nächste Runde beginnt

 

An den Aktienmärkten endet die „quiet period“ (so wird die berichtslose Zeit oft genannt) mit den von neuem beginnenden US-Berichtssaison. Selbst in dieser Zeit konnte der marktbreite US-Index S&P500 ordentlich im Wert zulegen und immer neue Rekordhochs erklimmen. Mit dem Stand dieser Analyse liegt das S&P500-Allzeithoch bei 4.381,46 Punkten (auf Intraday-Basis vom Montag, den 12. Juli 2021). In der nun laufenden Woche werden 21 der S&P500-Konzerne ihr neuestes Zahlenwerk vorlegen. Zu den Unternehmen an der Wall Street, die in der laufenden Woche von ihren aktuellen Quartalszahlen berichten werden, wären insbesondere die US-Finanzkonzerne Goldman Sachs Group und J.P. Morgan Chase &Co (Dienstag), Bank of America, BlackRock, Citigroup und Wells Fargo (Mittwoch), Morgan Stanley und U.S. Bancorp (Donnerstag), sowie State Street (Freitag) hervorzuheben.

 

Hohe Wachstumsraten voraus?

Die Experten von FactSet-Research gingen in einem Bericht vom 09. Juli 2021 davon aus, dass die S&P500-Konzerne im zweiten Quartal im Schnitt ein Gewinnwachstum von 64,0 Prozent auf Jahressicht publizieren könnten. Möglichweise könnte aber auch ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 69,0 Prozent dabei herauskommen. Ob nun 64,0 Prozent oder 69,0 Prozent, in beiden Fällen wäre es FactSet Research zufolge das höchste Gewinnwachstum der S&P500-Konzerne innerhalb der letzten 10 Jahre. Im vierten Quartal 2009 betrug das durchschnittliche Gewinnwachstum aller S&P500-Konzerne auf Jahressicht 109,1 Prozent. Nun sollte man diese Zahlen auch einmal in Relation zu ihrer jeweiligen Zeit betrachten. Das auf Jahressicht hohe Gewinnwachstum vom vierten Quartal 2009 fällt in eine Zeit nach der Weltfinanzkrise mit zuvor teils extremen Gewinneinbrüchen. Die nun anstehenden Daten für das Quartalswachstum auf Jahressicht für das zweite Quartal 2021 fallen ebenso in einen ganz besonderen Zeitraum, nämlich rund um die Hochzeit der Corona-Krise und einem folgenreichen, zwischenzeitlichen Kollaps der Unternehmensgewinne. Trader und Investoren werden die anstehenden Daten wie immer aufgrund unterschiedlicher Zeithorizonte aber ohnehin mit verschiedenen Strategien handhaben.

 

Der Teufel steckt wie immer im Detail

Der S&P500 untergliedert sich bekanntermaßen in die Sektoren „Industrie“, „Energie“, „nicht-zyklische Konsumgüter“, „Materialien“, „Finanzen“, „Kommunikationsdienste“, „Informationstechnologie“, „Immobilien“, „Gesundheit/Pharma“, „zyklische Konsumgüter“ und „Versorger“. Anhand eines prognostizierten durchschnittlichen Gewinnwachstums von 69,0 Prozent, muss es demnach Unternehmen oder sogar gesamte Sektoren innerhalb des S&P500 geben, die zum Teil deutlich oberhalb dieses Gewinnwachstumsliegen. Mit „deutlich oberhalb“ kann man auch die in Erwartung gestellten Zuwächse innerhalb des Sektors „Industrie“, „Energie“ und auch dem Sektor „nicht-zyklische Konsumgüter“ bezeichnen, denn diese sollen den Schätzungen von FactSet Research nach bei einem Plus von 354,2 Prozent, 224,7 Prozent und 198,0 Prozent auf Jahressicht liegen, während die Sektoren „Informationstechnologie“, „Telekommunikation“, „Immobilien“, „Gesundheit/Pharma“, „Basiskonsumgüter“ und „Versorger“ auf Jahressicht ein negatives Gewinnwachstum aufweisen könnten, wobei dieses bei den beiden hier erstgenannten Sektoren deutlich schlechter ausfallen dürfte und beim Sektor „Versorger“ kaum Veränderungen erkennen lassen könnte. Aus Quartallsicht könnte der Bereich „Energie“ mit einem prognostizierten Gewinnwachstum von 45,8 Prozent gemäß der FactSet Research-Prognosen das oberste Treppchen erklimmen. Das würde sich mit einem stark erholenden Bedarf nach Öl und Gas und vor allem zuletzt stetig anziehender Rohölnotierungen auch decken.

 

Investoren und auch Positionstrader könnten nun weiter auf die Gewinnersektoren setzen und zusätzliche Positionen aufbauen, akkumulieren oder eben nun sukzessiv Positionen in den Verlierersektoren aufbauen. Einen Punkt sollten man jedoch insbesondere in Bezug auf die letzten Monate nicht unterschlagen und auch nicht unterschätzen, nämlich den zuletzt stark angestiegenen Fertigungskosten. Inflation ist schließlich nicht nur auf Seiten des Verbrauchers ein Thema. Aufgrund gestörter Lieferketten, fehlender oder wesentlich teurer Vorprodukte und auch erheblich teurer Rohstoffe könnte es fraglich sein, inwieweit betroffene Konzerne diese höheren Kosten an ihre Endverbraucher bzw. Kunden weiterreichen können. Andernfalls wären nämlich geringere Margen zu befürchten.

 

Trading von Einzelaktien – vor oder nach dem Quartalsberichts kaufen?

Eine wirklich goldene Regel, ob man Aktien vor oder nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen kaufen soll, existiert nicht wirklich. Das klingt eigentlich auch vernünftig, denn die obligatorische Glaskugel gibt es ebenso wenig. Man kann als Trader, also zum Beispiel als Daytrader, Swing-Trader und Positions-Trader oder aber auch als Investor jedoch zumindest vor der Publikation der jeweiligen Quartalszahlen auf die Konsensschätzungen der Analysten achten.

 

Sollte die betreffende Aktie beispielweise vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen stark ansteigen und sogar rund um die Veröffentlichung weiter haussieren, so könnte sich eine Spekulation auf ein Wiedereinbrechen der explosiven Kursentwicklung mittels einer Short-Positionierung anbieten. Umgekehrt wäre ein „buy the dip“ möglich, sollte die betreffende Aktie beispielsweise vor der Quartalszahlenveröffentlichung enorm einbrechen. Derartige Setups könnten dann mit automatisierten „Take-Profits“ versehen werden oder im Einzelfall auch mit „Trailing-Stops“ versehen werden. Ebenso wären Teilgewinnmitnahmen eine Möglichkeit schnelle Gewinne bereits zur Hälfte zu sichern. Die restliche im Markt verbleibende Position könnte dann beim Einstiegspunkt nach Kosten abgesichert werden. Swing- und Positionstrader könnten vor allem auf der Long-Seite überzogenes Kursverhalten rund um die Quartalsmeldungen auch für günstigere Markteintritte nutzen. Oft werden rund um die Berichtsveröffentlichungen auch nur technische Marken „abgeräumt“ und wenig später notiert der Kurs der betreffenden Aktie beinahe wieder in der Nähe des Eröffnungskurses.

 

S&P500 – wie sieht der Index derzeit charttechnisch aus?

Die hier vorliegende Chartanalyse erfolgt anhand des Vier-Stunden-Chartbilds des CFDs auf den S&P500-Cash-Index (USA500). Um die nächsten Ziele für die Bullen und Bären näher definieren zu können, wäre eine Fibonacci-Analyse vorzunehmen. Diese Analyse wäre auf der Oberseite am letzten Zwischenhoch des 07. Juli 2021 bei 4.361,86 Punkten anzulegen und auf das jüngste Zwischentief vom 08. Juli 2021 von 4.287,26 Punkten zu ziehen. Die dann von der webbasierten Handelsplattform „ActivTrader“ erzeugten Fibonacci-Retracements und Fibonacci-Projektionen zur Ober- und Unterseite wären dann als Zielmarken für die Bullen und Bären heranzuziehen. Die Widerstände kämen bei den Marken von 4.379 Punkten (123.60%), 4.390 Punkten (138.20%) und 4.408 Punkten (161.80%) in Betracht. Die Unterstützungen wären bei 4.362 Punkten (100.00%), 4.344 Punkten (76.40%) und 4.333 Punkten (61.80%) abzuleiten. Die 100er-EMA schwebt zum Zeitpunkt dieser Analyse bei 4.303 Punkten, die 200er-EMA bei 4.263 Punkten.

 

Quelle: ActivTrader, Usa500

 

 

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