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Agrarrohstoffe: allgemein größter Rohstoffschock seit Jahrzehnten

Agrarrohstoffe: allgemein größter Rohstoffschock seit Jahrzehnten

Die Weltbank formulierte es schon im April recht drastisch – die Welt befände sich in einer Marktverfassung eines Rohstoffschocks, den man in diesem Ausmaß so zuletzt in den 70er Jahren vernommen hatte. Der Russland-Ukraine-Krieg wirkte wie ein enormer Beschleuniger. Vor allem die Preise für fossile Energieträger wie Erdgas, Erdöl, aber auch Agrarrohstoffe wie Mais, Weizen und weitere Getreidesorten und nicht zuletzt die Preise für Dünger gewannen enorm hinzu. Insgesamt eine sehr besorgniserregende Entwicklung. Die Preisentwicklung von Erdgas und Erdöl – Energie als Gesamtbereich – hat in erster Linie eine enorm hohe Wirkung auf die Verbraucherpreise und das nicht nur in Industriestaaten. Allein in den letzten zwei Jahren kletterten die Preise für Erdöl in einem atemberaubenden Tempo und erreichten den höchsten prozentualen Zuwachs seit der Ölkrise im Jahr 1973. Aufgrund der rund um die Corona-Krise eingebrochenen Preise für Erdöl erscheinen diese rekordhaften prozentualen Zuwachsraten aber noch in einem anderen Licht. Vor allem wurde der Rekordkurs der beiden führenden Erdölsorten Brent Crude und WTI Light Sweet Crude aus dem Jahr 2008 noch gar nicht erreicht. Für Erdöl wäre somit sogar noch Luft gen Norden vorhanden. Die Preisentwicklung von Agrargütern wie beispielsweise beim Agrarrohstoff Weizen sind aber ebenso drastisch. Die beiden Kriegsparteien Russland und Ukraine spielen vor allem in Bezug auf Weizen und weitere Getreidesorten eine wichtige Rolle.

Gegenwärtig arbeitet man im Rahmen einer Vermittlung durch die Türkei an einem Seekorridor durch das Schwarze Meer, um die Blockade ukrainischer Getreideexporte zu lösen. Das ist nicht nur für die aktuelle Exportmenge der Ukraine extrem wichtig, sondern auch für die bald anstehenden Erntemengen. Schließlich müssen die Speichermengen der Ukraine die neue Erntemenge ja auch fassen können. Aufgrund der Seeblockade diverser wichtiger Häfen der Ukraine und auch Schwierigkeiten beim Abtransport über die Schiene könnte es im Falle eines Misserfolgs zu noch drastischeren Preisbewegungen kommen und vor allem zu extremen Engpässen (schwere Engpässe wären in Djibouti, Tunesien, dem Oman, Mauretanien, Libyen, Pakistan, dem Libanon, Somalia und Eritrea zu befürchten, die hohe ukrainische Weizenimporte in 2021 aufwiesen). Sollte generell eine konzertierte Lösung zum Abtransport der ukrainischen Getreidemengen erreicht werden können, hätte dies zum Beispiel auf den Weizenpreis eine enorm entspannende Wirkung. Der Weizen-Kontrakt würde in diesem Fall unter Druck kommen und sich erst einmal deutlich vergünstigen. Eine Marktsituation, auf die man mittels des an den internationalen Terminmärkten führenden Weizen-Kontrakts setzen kann (natürlich kann man sowohl auf Short- als auch auf Long-Positionen setzen).

Globaler Agrarrohstoffmarkt unter Druck – hohe Marktanteile Russlands und der Ukraine

Bringen wir etwas Fakten auf den Tisch. Viel Unsinn wurde in jüngster Zeit gerade in sozialen Medien verbreitet. Man ist der Auffassung der Russland-Ukraine-Krieg würde von einigen Markteilnehmern, Produzenten nur als Vorwand herangezogen, um die Preise abnormal zu erhöhen. Mit Sicherheit gibt es am Markt genügend Teilnehmer, die die gegenwärtige Marktsituation schamlos ausnutzen, doch viele Punkte beruhen auch auf Tatsachen. Russland und die Ukraine gehören zu den weltweit wichtigen Agrarrohstoffproduzenten. Die Durchschnittswerte der letzten fünf Jahre haben zum Beispiel gezeigt, dass Russland und die Ukraine gemeinsam für etwa 63 Prozent des globalen Exportvolumens von Sonnenblumenöl stehen – soviel zum Thema „Sonnenblumenöl“ und der aktuellen Preisfindung. Ferner erreichen beide Länder in Bezug auf die Getreidesorte „Gerste“ einen Anteil von knapp über 20 Prozent der globalen Produktionsmenge. Im Fall von Weizen liegt der gemeinsame Marktanteil bei etwa 18 Prozent. Auch im Fall von Mais, Raps oder Sojabohnen fehlen die Produktionsmengen aus beiden Ländern am Weltmarkt. Insgesamt aber fehlen dem globalen Agrarrohstoffmarkt besonders große Mengen an Gerste und Weizen, wenn man diese nicht gezielt exportieren kann. Und das ist je nachweislich aufgrund der Kriegssituation das Kernproblem.

Im Bereich Weizen und insgesamt im Bereich von Mischkorn (Gerste, Roggen, Mais, Raps usw.) zeichnen der „FAO“ (Food and Agriculture Organization of the United Nations) zufolge sieben Exporteure für rund 89 Prozent der internationalen Handelsmenge im Jahr 2021 verantwortlich. Russland allein war der zweitgrößte Weizenexporteur mit einer Menge von 32,9 Millionen Tonnen an Weizen und Mischkorn. Das sind etwa rund 15 Prozent der global verschifften Menge dieser Agrarrohstoffwarenmenge. Im Fall der Ukraine (sechstgrößter Exporteur 2021) waren es im Vergleichszeitraum in der gleichen Warengruppe rund 20 Millionen Tonnen – ein globaler Marktanteil von immerhin 10 Prozent. (Auch im Fall von Mais gilt die Ukraine mit einem Exportvolumen von 24,676 Millionen Tonne in 2021 als ein Exportschwergewicht)

Weizen – wie sieht die charttechnische Lage derzeit aus?

Die Analyse erfolgt hier im Tageschartbild anhand des CFDs auf den „Chicago SRW Wheat Futures“ (ZWN2)-Juli-Kontrakt (ein globaler Leitkontrakt für Weizen), der an der Terminbörse „CME“ (Chicago Mercantile Exchange) in US-Cents (USc) pro Scheffel (bushel) gehandelt wird. Um die nächsten Ziele der Bullen und Bären näher definieren zu können, wäre auf eine Fibonacci-Analyse abzustellen. Die webbasierte Handelsplattform „ActivTrader“ erzeugt dann die Fibonacci-Retracements und Fibonacci-Projektionen, die zur näheren Bestimmung der Ziele zur Ober- und Unterseite herangezogen werden können.

Ausgehend vom letzten Hoch des 08. März 2022 von 1361,50 USc bis zum letzten Verlaufstief des 29. März 2022 von 971,25 USc, wären die nächsten Widerstände bei den Marken von 1.120,25 USc (38.20%), 1.166,50 USc (50.00%), 1.212,50 USc (61.80%) und 1.269,50 USc (76.40%) abzuleiten. Die Unterstützungen kämen bei den Marken von 971,25 USc (0.00%), sowie bei einem Zwischenhoch vom 24. November 2021 von 874,50 USc in Frage. Dem Chartbild wurden hier zudem die beiden EMAs (EMA100 in blauer Farbe und EMA200 in roter Farbe) hinzugefügt. Der Kurszielbereich der Bullen wäre im Bereich der Abwärtslinie in Kombination mit 61.80prozentigen Fibonacci-Retracement von 1.212,50 USc zu suchen, der der Bären im Bereich des letzten Zwischentiefs von 971,25 USc. Der Relative-Strength-Index (RSI) wies zum Zeitpunkt dieser Analyse mit rund 46 Punkten noch eine neutrale Marktsituation auf.

 

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