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Analyse von Sentiment-Daten – die Stimmung der Anleger als Kontraindikator nutzen?

Analyse von Sentiment-Daten – die Stimmung der Anleger als Kontraindikator nutzen?

 

Viele Wege führen nach Rom und auch in Bezug auf die Analyse der Aktien-, Anleihe-, Devisen- und Rohstoffmärkte könnte man als Anleger, Investor und Swing-Trader neben der Fundamentalanalyse und der technischen Analyse auch die Sentiment-Analyse betreiben. So zielt die Sentiment-Analyse auch auf die Auslotung der Anlegerpsychologie ab. Die Verhaltensökonomik „Behavioral Finance“ ist ohnehin ein mehr als nur spannendes Forschungsfeld. Zunächst soll einmal die schlichte Definition des Begriffs „Sentiment“ vorgenommen werden. Sentiment bedeutet nämlich „Empfindung, Gefühl oder auch Stimmung“. Insbesondere die allgemeine „Stimmung“ oder auch grundsätzliche „Marktstimmung“ ist es, die in der aktuellen Phase – zum Beispiel des US-Aktienmarktes – für jeden professionellen, aber auch privaten Investor nicht ganz uninteressant sein könnte.

AAII-Sentiment
Die Umfrage der „American Association of Individual Investors (AAII)“ findet seit dem Jahr 1987 wöchentlich statt. AAII-Mitglieder geben ihre Einschätzung zur Entwicklung des Aktienmarkts in den nächsten sechs Monaten ab und wählen zwischen „bullish“, „neutral“ und „bearish“ aus. Mittels dieser Angaben wird folglich ein Stimmungsbild erzeugt. So stimmten die AAII-Mitglieder beispielsweise in der jüngsten Umfrage vom 02. Juni 2021 mit 44,1 Prozent für „bullish“, mit 36,2 Prozent für „neutral“ und mit 19,8 Prozent für „bearish“ ab. Allein diese Daten geben aufgrund der Datenhistorie der letzten Monate und auch Jahre ausreichend Auskunft über die gegenwärtige Stimmung am US-Aktienmarkt. Zwar könnte man aufgrund eines „bullishen“ Sentiments von 44,1 Prozent allein noch nicht unbedingt von einer Euphorie sprechen, denn der historische Durchschnittswert liegt bei 38,0 Prozent, doch bei einem Blick auf das „bearishe“ Sentiment wird die Aussage etwas klarer. Das „bearishe“ Sentiment ist mit einem Wert von 19,8 Prozent auf seinem tiefsten Stand seit dem Januar 2018 angekommen. Der historische Durchschnittwert für das „bearishe“ Sentiment liegt übrigens bei 30,5 Prozent, demnach schlagen 19,8 Prozent erheblich zu Buche. Der damit stark abgenommene Pessimismus könnte somit als eine Art Warnsignal zu interpretieren sein. Eine Schlussfolgerung könnte für jeden Investor also auf der Hand liegen, nämlich seine im Markt befindlichen Positionen entweder abzusichern oder zum Teil Gewinne mitzunehmen oder eben sich komplett in den Sommer zu verabschieden. Die Experten von AAII wiesen in ihrem letzten Bericht darauf hin, dass dem ungewöhnlich niedrigen Pessimismus der Anleger meist eine unterdurchschnittliche Entwicklung des S&P500 anschließt und dies oft in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten. Natürlich muss dies jeder Investor ganz persönlich für sich entscheiden, doch so ein Stimmungsbild könnte etwaig Absicherungsstrategien unterstreichen helfen.

Fear & Greed Index
Der „Fear & Greed Index” ist ein weiterer in den USA bekannter Sentiment-Index, der – nomen est omen – zwischen Angst und Gier pendelt. Der „Fear & Greed Index“ erfährt ein tägliches Update und kann über die Website von „CNN Money“ abgerufen werden. Die Visualisierung dieses Stimmungsbarometers gleich einem Tachometer mit den Angaben von Null auf Hundert und einer dazu abgebildeten Tachometernadel. Dabei symbolisiert die Null die extreme Angst und die Hundert die extreme Gier. Exakt mittig mit 50 wird die absolute Neutralität signalisiert. Mit dem Stand des 04. Juni 2021 zum Beispiel lag der Wert bei 49 und damit nahezu in der absoluten Neutralität. Je stärker die Tachometernadel demnach in den Bereich des Anschlags zur Hundert gerät, desto eher wäre die Euphorie im US-Aktienmarkt indiziert und es könnte folglich mit einer baldigen Korrektur zu rechnen sein. Im Fall der extremen Angst mit einem Wert, der gen Null tendiert wäre umgekehrt mit einer baldigen Kurserholung zu rechnen.

Der „Fear & Greed Index“ hat aber auch noch interessante Subindikatoren, wie den „CBOE 5-Day Average Put/Call-Ratio“ (mit dem Stichtag des 01. Juni 2021 wurde beispielsweise das niedrigste Niveau von Put-Käufen innerhalb der letzten zwei Jahre indiziert, was gemäß den Interpretationen in Bezug auf diesen Subindex von CNN Money für extreme Gier unter Investoren spricht), den „Yield Spread/Junk Bonds versus Investment Grade“, den „S&P500 125-day moving average“, den „VIX 50-day moving average“, der „McClellan Volume Summation Index“, den „Difference in 20-day stock and bond returns” und den „Net new 52-week highs and lows NYSE”.

Börse Frankfurt Sentiment-Index
Auch für den führenden deutschen Aktienindex DAX gibt es unter anderem ein regelmäßig abrufbares Stimmungsbild der Investoren und dies bereits seit dem Jahr 2001. Diese Sentiment-Daten sind jeden Mittwoch auf der Website der Börse Frankfurt abrufbar. Der „Börse Frankfurt Sentiment-Index“ weist einen Aufbau mit einer Skala von einem Minus von 100 für den totalen Pessimismus bis hin zu einem Plus von 100 für den totalen Optimismus auf. Exakt mittig dieser Skala befindet sich logischerweise die Neutralität. An der wöchentlichen Befragung nehmen rund 900 Investoren teil, darunter rund 300 institutionelle Investoren, wie den Angaben der Börse Frankfurt zu entnehmen ist. Mit dem Stand des 02. Juni 2021 lag der „Börse Frankfurt Sentiment-Index“ bei den institutionellen Anlegern mit 31 Prozent im Bullen-Terrain, mit 41 Prozent im Bärenlager und ein Wert von 28 Prozent votierte mit „neutral“. Die privaten Anleger indes sahen den DAX zu 40 Prozent „bullish“, zu 34 Prozent „bearish“ und zu 26 Prozent „neutral“.

Blick in den Chart – der S&P500
Der Chart zeigt den S&P500 Cash-Index in einem Wochenchartbild. Aufgrund der eingezeichneten Fibonacci-Projektionen kann das derzeitige Kursgeschehen zwischen der 161,8prozentigen und der 176,4prozentigen Fibonacci-Projektion verortet werden. Von derzeitigem Interesse – und dies insbesondere in Kombination mit der hier vorgestellten Sentiment-Analyse des AAII in Bezug auf den nur geringen Pessimismus – könnte dazu passend ein baldigst in den technisch überkauften Bereich vordringender RSI-Wert konstatiert werden. Ein technisch überkaufter Bereich ist hier im Chart mittels eines Rechtecks (in roter Einfärbung) visualisiert worden.

 

Quelle: ActivTrader, Usa500

 

Da Meinungen beziehungsweise Stimmungen eher Märkte und Kurse bewegen und eben weniger die Fakten, wäre dem hier vorgestellten Bereich Sentiment-Analyse und die hier ebenso aufgereihten Sentiment Indizes hin und wieder etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Man könnte die Sentiment-Analyse in seine jeweiligen Anlage- und Trading-Entscheidungen folglich einfließen lassen. Generell wären die hier vorgestellen Sentiment-Indizes als Kontraindikatoren zu werten. Ist das Bullenlager prall „gefüllt“, so könnte dies zur Vorsicht mahnen und etwaig über Absicherungsstrategien oder gar Verkäufe nachdenklich stimmen. Auf der anderen Seite könnte ein extremer Pessimismus für Neupositionierungen sprechen oder eben Nachkäufe anregen.

 

 

 

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